Zukunft des Geldes - Ein Ausblick

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Zukunft des Geldes - EIN AUSBLICK.


In einer Folge der Science-Fiction-Serie „Star Trek – The Next Generation“ mit dem Titel „Die neutrale Zone“ gelangt ein Investor aus der Vergangenheit auf das Raumschiff Enterprise. Sein erstes Verlangen ist, nach seinem Portfolio zu sehen, von welchem er sich enorme Wertsteigerungen erwartet. Er hätte schließlich „in die Zukunft investiert.“ Der Captain der Enterprise erklärt ihm, dass es kein Geld und keine materiellen Nöte mehr existieren. Daraufhin bricht für den Spekulanten eine Welt zusammen. „Was soll ich machen? Wie  werde ich leben? Was hat man dann noch für ein Ziel?“ Eine Welt ohne Geld - Ein mögliches Zukunftsszenario? Was könnte nach dem derzeitigen Geldsystem kommen?

Es gibt schon Bewegungen, die ein Ende des Geldes herbeisehnen und an einer geldlosen Wirtschaft arbeiten. Eine dieser Bewegungen ist „The Zeitgeist Movement“. Ausgehend von den Theorien von Jacque Fresco versucht diese bereits weltweit vernetzte Gruppe, eine ressourcenbasierte Ökonomie aufzubauen.

Das derzeitige Geldsystem würde nur technischen Fortschritt verhindern und sei Ursache für Gier und Geiz. Sämtliche Probleme ließen sich technisch lösen. Kritiker werfen der Bewegung vor, zu technikfixiert zu handeln und zu zentralistische Systeme entwickeln zu wollen.

Alternativen


Eine ähnliche Analyse aber eine andere Lösung bietet „Share und Care“. Das Motto lautet: Jeder bietet an, was er kann und nimmt, was er braucht. Die Vermittlungsfunktion von Geld, die durch die Knappheit zu Gier führt, soll durch das Angebot im Überfluss ersetzt werden, so die Idee. Der frühere Tausschandel hatte seine Grenzen. Heute, mit der weltweiten Verbreitung der Informationen über das Internet besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass immer jemand gerade das anbietet, was man braucht und umgekehrt. Geld braucht man dabei nicht mehr. Man muss ja Geld nicht gleich substituieren. Man kann auch verändern wie Geld entsteht und verwendet wird.


Perspektiven


Eine mögliche Perspektive bietet die Internetwährung Bitcoin. Bitcoin ist eine nicht unumstrittene Währung, die ebenfalls auf das Internet zurückgreift. Der Code basiert auf Opensource-Technologie, was bedeutet, dass er jederzeit übernommen werden kann und ein Programmierer ein eigenes, dezentrales Geldsystem damit starten könnte. Das System gehört somit niemandem. Es gibt sogar schon eine Bewegung, die dieses Geld mit einer Mechanik ausstatten möchte, die verhindert, dass es von einer kleinen Gruppe von Reichen 
gehortet wird. Bitcoin ist schon heute weltweit verwendbar und könnte eine ernstzunehmende Alternative zu staatlichen Währungen darstellen.

Regionalwährungen


Auch viele private Initiativen abseits des Internets versuchen eine Alternative zum staatlich verordneten Euro zu geben. Unter dem Sammelbegriff „Regionalwährung“ waren in Deutschland bereits im Jahr 2006 ganze 44 verschiedene Regionalwährungssysteme bekannt. Auch in Österreich verbreitet sich die Idee des regionalen Geldes, wie zum Beispiel die im Waldviertel verwendete Währung „Waldviertler“ beweist. Vielleicht ist das ein anderes Zukunftsszenario? Viele Währungen, ob staatlich oder dezentral, konkurrieren in einer Marktwirtschaft gegeneinander. Das Stichwort hierzu lautet Free-Banking. Beim FreeBanking gibt es kein gesetzliches Zahlungsmittel. Es sollen sich vielmehr durch Marktmechanismen und freie Vertragsgestaltung die Währungen durchsetzen, die am vertrauenswürdigsten sind. Radikale Vertreter der Markttheorie würden vor Freude springen.

Weltwährung


Ein Szenario, dass in eine etwas andere Richtung geht, ist die Weltwährung. Schon der Ökonom John Maynard Keynes wollte nach dem zweiten Weltkrieg eine Weltwährung namens „Bancor“ einführen, die durch Gold gedeckt werden sollte. Moderne Ökonomen wie Bernard Lietaer greifen dieses Konzept auf und wollen die Währung jedoch an einen Warenkorb binden und ebenfalls den Umlauf sicherstellen. Man könnte sich Szenarien vorstellen, wo die derzeitigen Leitwährungen wie zum Beispiel Euro, Dollar oder Yen sich zusammenschließen und eine globale Währung initiieren. Die Chancen dafür dürften aufgrund der politischen Durchsetzbarkeit vom heutigen Standpunkt aus jedoch eher als gering geschätzt werden.

Die Zukunft ist ungewiss


Die Zukunft ist ungewiss und es sind noch viele andere Szenarien denkbar. Angesichts der Fülle an Alternativen besteht die Möglichkeit, dass ein möglicherweise bevorstehender Währungscrash glimpflich  verläuft und wir nicht perspektivlos enden wie der Spekulant in Star Trek. Welches Zukunftszenario tatsächlich zur weltweiten Realität wird, kann von jedem Einzelnen beeinflusst werden. Um es mit den Worten von Peter F. Drucker zu sagen: „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist sie zu schaffen!“

Kommentare:

  1. Ein Träumer, naja.

    Star Trek hat uns übrigens auch nur eine weitere unrealistische Utopie eingepflanzt.


    Ihre Wunschvorstellungen würde eine hohe Verschwendung hervorrufen. Um diese zu verhindern würde sich eine kleine Gruppe dafür einsetzen es zu regeln. Und Zack, sind wir wieder bei den ublichen Sozialistischen Utopien an die wir glauben sollen und die immer versagen werden, weil sie dem Menschen nur eine Scheinbare Freiheit zubilligen.

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    1. LiebeR Anonym!

      Schön, dass wir beide träumen! Das zeigt mir, dass "I'm not the only one"! Ich empfinde träumen ebenfalls als sehr wichtig, um zu Inspiration zu gelangen!

      Nur schade, dass du so pessimistische Träume hast!

      lg!

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  2. Sehr gute Ansätze.
    Aber leider nur denkbar, wenn unser jetziges System uns alle in den Abgrund gerissen hat.

    Ich möchte hier auf das "Wunder von Wörgl" verweisen, das ja prächtig funktioniert hat, jedoch den Geldologarchien von Anfang an ein Dorn im Auge war. Es ging eben nicht allen schlecht und der Glaube an den "Kapitalismus", der so, wie er umgesetzt wird eigentlich gar keiner ist (er könnte besser mit dem Begriff des Geld-Sozialismus beschrieben werden), diese schlimme Zeit überlebt hat.

    Das Wunder von Wörgl: http://www.zeit.de/2010/52/Woergl

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    1. LiebeR Anonym!

      Danke für den Hinweis auf das Wunder von Wörgl, das ja tatsächlich wirtschaftshistorisch und theoriegeschichtlich wichtig und spannend ist!
      Das spannende daran ist, dass es zumindest kurzfristig funktionierte. Wie es auf längere Sicht sich ausgewirkt hätte, weiß man natürlich nicht.

      lg

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