Die Kirche als Werbefläche

Wäre es nicht schön, wenn man eine Sehenswürdigkeit dafür verwenden könnte, Werbung für einen zu machen? Wenn man öffentliche Plätze vereinnahmen könnte für die eigene Sache? Geht nicht? Geht schon!

Wenn man als Tourist nach Wien kommt und sich die Votivkirche ansehen möchte, wird der Blick durch eine große Plakatwand abgelenkt:


Auf dem Foto sieht man die große Werbefläche. Normalerweise ist dort nicht Werbung für Werbung, sondern Werbung für andere Produkte zu sehen. Jetzt kann man das selbstverständlich entschuldigen: Da steht halt sowieso durch die Renovierung das Baugerüst davor. Durch die Werbung kann die Renovierungsarbeit verbilligt werden für die Kirche.
Geht man auf die Rückseite, so sieht man auch tatsächlich Arbeiter beim Wiederherstellen der Kirchenmauer:

So muss ein Baugerüst aussehen, wenn man an der Kirche wirklich arbeiten möchte, was dort auch geschieht. Plattformen reichen bis an die Mauer. Doch werfen wir mal einen Blick auf die Rückseite des Gerüsts, an dem die Werbung angebracht ist:

Es fällt auf, dass dieses zu weit von der Wand entfernt steht und keine Plattformen tatsächlich zur Kirche reichen. Von der anderen Seite betrachtet:


Da wird auf der Vorderseite gar nicht renoviert. Das Gerüst steht nur deshalb dort, um die Werbung großflächig anzeigen zu können!

Jetzt könnte man meinen: Na und? Ja, es ist eh nichts dabei, wenn eines der schönsten Wahrzeichen Wiens zur Werbefläche privater Anbieter geworden ist. Wenn Touristen nicht mehr die Kirche im Original bewundern können sondern nur auf eine große Werbetafel schauen müssen. Warum ist uns diese Idee nicht gleichgekommen? Wir könnten sämtliche unserer Wahrzeichen, historischen Orte und Gemeinschaftsflächen mit Plakatwänden umstellen und monetarisieren.

Gute Idee, oder?


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