Wie man Fundamentalisten erkennt

Wir alle kennen sie: Die Propheten, welche uns von einer besseren Welt erzählen. Oft sind es wortgewandte Frauen und Männer, die uns mit ihren Ausführungen in den Bann ziehen, ja, begeistern. Sie scheinen die Probleme unserer Zeit aufzeigen zu können und bieten meist schon eine Hand voll sinnvoller Lösungen an. Doch woher weiß man, dass man nicht einem Betrüger aufsitzt? Wie erkennt man Fundamentalisten und Quacksalber, die gar nicht unser Bestes wollen?
Folgender Fragenkatalog kann helfen, sie zu erkennen. Aber Vorsicht! Wenn jemand den einen oder anderen Punkt erfüllt heißt das noch lange nicht, dass er ein Fundamentalist ist. Aber es ist ein erster Anhaltspunkt! Weiters muss man aufpassen, dass man sich nicht selber jeglichem Fortschritt gegenüber verschließt und zum Bremser wird. Aber sehen wir uns die Kriterien an, mittels derer man Fundamentalisten erkennt:

Profitieren sie am meisten vom vorgeschlagenen System?

Schlagen sie ein auf den ersten Blick sehr sinnvolles System vor, von welchem sie jedoch selber am meisten profitieren? Wenn die Entwicklung des Systems beispielsweise mit einer Zahlung an die betreffende Person verbunden ist, so kann das ein Anzeichen sein, dass die Person eigentlich nur ihr eigenes Interesse verfolgt.

Verwenden sie manipulative Mittel?


Beschäftige dich mit NLP und anderen Formen der zwischenmenschlichen Beeinflussung! Wendet die Person diese Mittel konsequent an, um andere in den Bann zu ziehen?
Die Entstehungsgeschichte von Propaganda ist ebenfalls interessant diesbezüglich!
Schau auf Inhalte und hinter die oft gut klingenden, leeren Phrasen!


Lies die Originalquellen!

Lies die Quellen selber, die sie zitieren!

Oft berufen sich diese Personen auf wissenschaftliche Abhandlungen und Texte von Personen, deren Namen positiv besetzt sind. Aber: Zitieren sie diese Personen überhaupt richtig? Verzerren sie nicht deren Ansichten zu ihren Gunsten?

Denke zu Ende!

Wenn das vorgeschlagene System konsequent durchgezogen würde, was wären die Ergebnisse?
Ich habe dies beispielsweise mit dem System der Privatrechtsgesellschaft durchgeführt, mit interessanten Resultaten. Auch mein Vater hat diesbezüglich interessant gebloggt!

Welche Organisation predigt ähnlich? 

Gibt es inhaltliche Verbindungen? Gibt es personelle Verbindungen? Vertritt die Person eigentlich andere Interessen? Ein gutes Beispiel hierfür ist die Tea-Party-Bewegung in den USA.

Wende das, was sie anderen vorwerfen, auf sie selber an!

Oft hilft es, die Vorwürfe anderen gegenüber ihnen selber vorzuwerfen. Dreh den Spieß um und schau, was passiert!

Ändern sie ihre Meinung?

Ändern die Propheten ihre Meinung? Geben sie frühere Fehler zu? Nein? Wollen sie überhaupt Erkenntnis? Erkenntnis hängt immer mit Versuch und Irrtum zusammen. Niemand gibt gerne Fehler zu. Wenn jemand jedoch in der Vergangenheit offensichtlich Fehler gemacht hat, diese aber weiterhin ignoriert, so ist zumindest etwas faul. 

Höre auf dein Gefühl!

Sagt deine innere Stimme: Hier stimmt etwas nicht? Dann wäre es gut zu erforschen, weshalb dieses Gefühl da ist. Vorsicht: Gefühle können aber auch täuschen, weil sich das Neue meist ungewohnt anfühlt und unintuitiv ist.

Hört es sich zu gut an, um wahr zu sein? 

Versprechen sie paradiesische Zustände, wenn man ihr System anwendet? Bietet ihr System den Überfluss, die Lösung aller Probleme oder unermesslichen Reichtum ohne Aufwand an?
Fast alle dieser Menschen bieten Lösungen an. Wenn die Lösung jedoch ein Paradies auf Erden darstellt und das ohne, dass man etwas dafür tun muss, so ist es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Betrug.
Bestes Beispiel dafür ist das Auftriebskraftwerk.

Warum sind Fundamentalisten gefährlich?

Und warum sollte man sich vor solchen Personen schützen?
  • Sie benützen andere für ihre Ziele.
  • Sie werden manchmal von Hintermännern bezahlt, die etwas ganz anderes im Sinn haben.
  • Sie verwenden manipulative Mittel. Auch wenn der Zweck gut ist: Der Zweck heiligt nicht die Mittel!
  • Die Ausführung ihrer Vorschläge hätte katastrophale Folgen.
  • Sie sind selber festgefahren und stehen ihrem eigenen Erkenntnisfortschritt und damit dem anderer im Weg.
 

Die Frage, die sich nun jeder selber stellen muss:

Bin ich selber ein Fundamentalist?

Das Wohnprojekt als Mikrokosmos unserer Gesellschaft

Dieses Jahr bin ich in das von mir mit initiierte Wohnprojekt Künstlergasse eingezogen. Beim Aufbau dieses Wohnprojekts konnte ich spannende Einsichten in die Entstehung von gesellschaftlichen Strukturen bekommen.
Das Wohnprojekt Künstlergasse

Schließlich stellt so ein Haus einen Mikrokosmos unserer Gesamtgesellschaft dar, auch wenn man natürlich nicht alles von klein auf groß umlegen kann. Aber es gibt mittlerweile einige Punkte, welche ich zuvor an unserem System kritisiert hatte, ich nun jedoch zumindest nachvollziehen kann.

Folgendes konnte ich unter anderem bisher lernen:

1) Demokratie

Es ist gar nicht so leicht, sinnvolle Entscheidungsregeln für eine Gemeinschaft zu finden. Wenn man das Mehrheitsprinzip anwendet, so kann es passieren, dass einzelne Personen komplett unzufrieden bleiben. Wie geht man mit Minderheiten um?
Einstimmigkeit ist bei über 20 Personen sowieso fast nie gegeben. Andere Abstimmungsarten wie das SK-Prinzip stellen zwar die meisten Mitglieder zufrieden. Sie sind jedoch meist sehr langwierig und für schnelle Entscheidungen nicht sinnvoll.
Derzeit hat sich auch eine Art repräsentative Demokratie bei uns eingeschlichen. Denn es werden die Abstimmungen schon vorher von Arbeitsgruppen vorbereitet, die sinnvolle Alternativen vorbereiten. Hier ist denkbar, dass schon Alternativen, welche nicht im Interesse der jeweiligen Arbeitsgruppe liegen, gar nicht zur Abstimmung kommen. Weiters kommen nicht immer alle zu den Abstimmungstreffen. Für diese wird dann von anderen entschieden, wenn sie ihre Stimme nicht delegieren.

All dies macht das Thema Demokratie so spannend. Denn was passiert, wenn man mit einer Abstimmungsart nicht mehr zufrieden ist? Wie kann man bereits etablierte Strukturen wieder aufbrechen?

2) Wachsen der Gruppe:

Wenn sich eine Gruppe vergrößert, kann man oft Sprünge in der Stimmung erleben. Unter 10 Personen ist es noch sehr leicht. Es geht informell vonstatten, denn man kennt sich untereinander sehr gut. Ab ca. 15 Personen wird es schon schwieriger. Untergruppen bilden sich automatisch. Gleichzeitig müssen die Entscheidungsstrukturen mit wachsen und nach meiner Erfahrung auch strikter werden. Man braucht sich dann nicht wundern, dass eine größere Gruppe nach ganz anderen Regeln funktioniert als eine kleine.

Informationen zu vermitteln braucht bei mehr Menschen länger, daher braucht es bald auch bessere Tools. In unserer Gruppe wurden demnach Technologien wie ein Webspace, ein E-Mail-Verteiler und eine Homepage eingerichtet, um der Informationsflut Herr zu werden.
 
Es ist bewundernswert, wie das auf staatlicher Ebene überhaupt funktionieren kann. Wenn man zum Beispiel die Bevölkerungszahlen Thailands ansieht, so kann nur staunen. Lebten im Jahr 1911 noch um die 8,2 Millionen Einwohner dort (also ungefähr so viele wie Österreich heute), so beherbergt das Land mittlerweile 69 Millionen Menschen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Thailand#mediaviewer/File:Entwicklung_der_Bev%C3%B6lkerung_in_Thailand.jpg
Strukturen müssen sich notgedrungen verändern, wenn so viele neue Menschen dazu kommen. Jede Gruppe von Leuten muss sich auf das einstellen: Wenn sie wächst, gibt es automatisch strukturelle Veränderung.

3) Regeln

Was uns zu den Regeln bringt. In jeder Gemeinschaft gibt es Gewohnheiten und Regeln. Was am Anfang nur eine Gewohnheit ist, wird für neue Mitglieder schon schnell zur unumstößlichen Regel.

Ich bin mittlerweile überrascht, dass selbst in unserem kleinen Projekt schon ein so großer Regelberg besteht. Diese Regeln auszuhandeln und zu verändern wird selber immer komplizierter. Auch die Durchsetzung der Regeln wird problematisch. Wenn sich alle daran halten, so gibt es sowieso keine Probleme. Nur wenn einzelne absichtlich oder unabsichtlich gegen Abmachungen verstoßen, wird es wieder verzwickt. Wie sanktioniert man die Regeln? Kommt es nur zu einem amikalen Gespräch? Was, wenn der vorher ausgemachte Weg von manchen verlassen wird, zum Schaden der gesamten Gruppe?

Ich wundere mich nicht mehr über die komplexe Gesetzeswelt, in welcher wir leben. Schon in unserer Gemeinschaft von 20 Menschen ist es so vielschichtig. Wie kann man da sinnvolle, einfache Regeln für Gesellschaften von 20 Millionen Menschen oder mehr aufstellen?!

Der Gemeinschaftsraum, in dem auch die Gruppenentscheidungen getroffen werden.

4) Wirtschaftsform

Selbst bei der zu wählenden Wirtschaftsform kann man schon zwei Tendenzen in unserem Wohnprojekt sehen. Auf der einen Seite haben wir die Geschenksökonomie-Fraktion. Sie möchte das System nach dem Prinzip "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!" aufgebaut sehen. Wenn man etwas für die Gemeinschaft tun möchte, so soll man das können. Wenn man etwas von der Gemeinschaft braucht, so soll man es bekommen. Verpflichtet soll sich keiner fühlen, weder die Nehmenden, noch die Gebenden.

Auf der anderen Seite gibt es auch das marktwirtschaftliche Lager. Diese meinen, Tätigkeiten sollten fair entlohnt werden. Wenn jemand mehr für die Gemeinschaft macht, so soll er auch mehr bekommen, oder zumindest wengier woanders geben müssen.

Diese beiden Tendenzen widersprechen sich teilweise. Denn wenn beide Prinzipien herrschen, so gibt es manche in der Gruppe, die viel geben und wenig nehmen wollen und das nach dem Schenkprinzip sehen. Andere nehmen viel und geben viel und sehen das als gerechtfertigt an. So eine Mischung kann schnell zu Unzufriedenheit in der Gruppe führen.

Es ist schon in unserem Wohnprojekt schwer, sich auf eine Form zu einigen. Kein Wunder, dass wir uns global derart über diese Themen zanken.

Erwähnenswert ist noch unser Kost-Nix-Kastl. Es repräsentiert einen funktionierenden Aspekt der Geschenksökonomie innerhalb unserer Gemeinschaft.


Kost-Nix-Kastl

Lernen


Der Lernprozess ist noch nicht abgeschlossen. So ein Wohnprojekt ist eine lebendige Gemeinschaft, die sich ständig verändert. Man könnte noch über viele Aspekte hier schreiben. Es lohnt sich, immer den Vergleich zu ziehen: Wo tendieren wir hin zu Strukturen und Phänomenen, die wir auf globaler Ebene beobachten können? Was davon ist gut und was weniger sinnvoll? Wiederholen wir nur, was sich in den anderen Gesellschaften auch negativ abspielt? Oder durchbrechen wir diese Tendenz und können uns unser eigenes kleines Paradies schaffen?
Es bleibt spannend!

Neuerscheinung: Geschichte des Geldes

Es freut mich, mein neues Buch vorstellen zu können!


In Zusammenarbeit mit dem Verlag Ferrytells konnte für die Österreichische Post das Buch "Geschichte des Geldes. Von der Kaurischnecke zum Euro" im Jahr 2014 herausgebracht werden.

Ich übernahm dabei Konzeption und Text. Das Buch kann über die Seite der Post bestellt werden und ist auch in den Filialen der Post erhältlich!

Es kostet 14,99 € und enthält neun exklusive Briefmarken mit Sujets aus der Geldgeschichte im Gesamtwert von 10,14 €!

Natürlich kann man auch mit mir Kontakt aufnehmen und das Buch direkt bei mir bestellen! Auf Wunsch auch mit Signierung!

Der Beginn der Geschenksökonomie

Die Geschenksökonomie basiert auf freiem Geben und Nehmen. Sie beginnt also damit, dass man etwas aus freien Stücken nimmt, weil jemand es aus freien Stücken ohne Gegenleistung angeboten hat. Oder sie beginnt, indem man etwas jemandem anbietet. Geschenke müssen jedoch auch angenommen werden.

Die Geschenksökonomie beginnt nicht, indem man sich etwas einfach nimmt. Sie entsteht auch nicht, indem man jemandem etwas aufs Auge drückt, also jemandem etwas gibt, das dieser nicht haben möchte.

Man kann vorsichtig und im richtigen Rahmen nach Geschenken fragen. Solange es kein aufdringliches Betteln wird, darf man einfach ausdrücken, dass man etwas braucht. Es ist kein Problem, etwas zu brauchen und danach zu fragen. Hier kommt es sehr darauf an, wie man etwas fragt. Man sollte immer die eigene Gier beachten und versuchen, ihr zu widerstehen. Man sollte auch vorsichtig sein, denn manche Menschen können nicht „Nein“ sagen. Das sollte man nicht ausnützen. Mann sollte diese Menschen nur dann um Hilfe bitten, wenn man diese wirklich nötig hat. Sonst wäre es Ausbeutung – und das widerspricht der Geschenksökonomie.

Man kann anderen auch seine Hilfe anbieten. Aber wenn sie sie nicht annehmen wollen, ist das auch okay. Wenn man nach dem ersten Ablehnen noch nachfragt: „Bist du sicher?“ und die Person lehnt immer noch ab, so braucht sie die Hilfe nicht. Man kann den Menschen zumuten, dass sie selber wissen, ob sie Geschenke brauchen oder nicht.

Ist der Zins ein monetäres Phänomen?

Wir kennen Zinsen im normalen Sprachgebrauch eigentlich nur im Zusammenhang mit Geld. Sei es, wenn wir einen kleinen Zinssatz für den Geldbetrag, der auf unserem Sparbuch eingetragen ist, bekommen. Sei es, dass wir Zinsen zahlen müssen, wenn wir einen Kredit bei der Bank aufnehmen. Wir lesen von der EZB, die den Leitzinssatz bestimmt. Aber sind Zinsen wirklich ein monetäres Phänomen? Liegt die Existenz von Zinsen nur daran, dass wir Geld verwenden?

Oft werden Zinsen als der „Preis des Geldes“ benannt. Diese Bezeichnung ist selbstredend irreführend. Denn Preise sind für uns meist nur die Anzahl an Geldeinheiten, die wir für ein Gut hergeben sollen. Doch wie viele Geldeinheiten muss man hergeben, um Geldeinheiten zu erlangen? Bei einem Preis liegt normalerweise kein Zeitverhältnis zugrunde. Es wird Ware gegen Geld gegeben. Umittelbar. Beim Zins wird mittelbar gegeben. Zuerst gibt der eine, und später der andere zurück. Mit ein wenig mehr. Es wird beim Zins auch meist die gleiche Art Gegenstand zurückgegeben, wohingegen beim Preis Geld gegen Ware gegeben wird. Beim Kredit gibt man Geld jetzt gegen Geld später. Diese zeitliche Komponente ist also zentral beim Zins. Ohne Zeit, kein Zins.

Genau auf diesen Aspekt zielt die Zinserklärung der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Für sie ist der Zins abhängig von der Zeitpräferenzrate. Die Österreicher gehen davon aus, dass wir lieber heute konsumieren als morgen. Wenn wir also jemandem etwas borgen, so können wir es heute nicht verwenden, sondern erst wieder, wenn wir es zurückbekommen. Um diesen Zeitfaktor zu kompensieren, wollen wir mehr zurück.

Das klingt abstrakt zunächst eher unverständlich. Aber wenn ich dich fragen würde, ob du mir bis morgen 10€ borgst, so hättest du vermutlich kein Problem. Wenn ich dich fragen würde, ob ich dir die 10€ erst in 10 Jahren zurückgebe, so vermutlich schon eher. Und wenn ich dir sagte, dass ich dir in 10 Jahren 25€ zurück gebe, so würdest du wieder einwilligen. Je mehr ich dir zurückgebe, desto eher würdest du vermutlich zusagen.

Deine Zeitpräferenzrate würde, so die Österreichische Schule, einerseits erklären, warum man überhaupt Zinsen nimmt und anschließend auch den Punkt erklären, wo dieser Handel stattfindet. Willigst du ein, so präferierst du, später zu konsumieren. Findet der Deal nicht statt, so stimmt die Zeitpräferenz nicht mit der veranschlagten Gegenleistung überein und du möchtest lieber die 10€ jetzt als die 25 in 10 Jahren.

Dies ist eine psychologische Erklärung für Zins. Sie ist abhängig davon, dass man nicht einfach schenkt, sondern vielmehr eine Gegenleistung erwartet. Weiters ist sie an ein Knappheitsdenken gebunden. Sie funktioniert nur, wenn wir mit knappen Dingen handeln. Wobei die österreichische Schule ja davon ausgeht, dass wir nur handeln, wenn Dinge knapp sind und Zustände verändern wollen. Diese Voraussetzungen kann man selbstredend hinterfragen.

Was jedoch diese Erklärung aufmacht, ist die Möglichkeit für nichtmonetäre Zinsen. Denn nun können Zinsen überall dort aufkommen, wo Leistung und zeitversetzte Gegenleistung auftauchen. Und, um dem durchaus vorhandenen Determinismus der österreichischen Schule zu folgen, auch auftauchen werden. Zinsen werden also überall dort auftauchen, wo zeitversetzt gehandelt wird. Selbst, wenn man ein anderes Geldsystem einführte, würden Zinsen in versteckter Form entstehen. Verwendete man einen Negativzins für das offizielle Geld, so würde dieser durch die Verwendung alternativer Mittel umgangen.

Ob die Österreicher damit Recht haben oder nicht, kann sich nur in der Empirie zeigen. Es scheint zumindest einer der generell zu beobachtenden Kritikpunkte am islamic banking zu sein, dass auch dort das Zinsverbot umgangen werde. Ich denke, dass die Erklärung des Zinses durch die Österreicher durchaus zu beachten ist und bei der Konzipierung alternativer Geldkonzepte mitgedacht werden muss, um nicht überrascht zu werden, dass selbst bei zinslosem Geld irgendwo Zinsen einberechnet werden, wenn auch in anderer und versteckter Form.

Haben wir einen hohen Lebensstandard?

In Diskussionen fällt ab und an der Satz: "Wir haben doch so einen hohen Lebensstandard". Anschließend wird diese Aussage meist verwendet, um irgend eine Handlung davon ausgehend zu rechtfertigen. Beispiele wären:

- Daher können wir von nun an vom Wirtschaftswachstum absehen.
- Diesen gilt es aufrecht zu erhalten.
- Daher müssen wir die Marktwirtschaft stärken.
- Daher können wir den Kapitalismus abschaffen.
- Daher können wir ärmeren Erdteilen etwas abgeben.
- Daher müssen wir schauen, dass wir konkurrenzfähig bleiben.
- Daher haben wir eine Verantwortung gegenüber anderen.
- Daher geht es uns besser als früher.

An dieser Vorgehensweise kann man mehrere Punkte kritisieren.
Erstens folgt nach klassischer Logik aus dem Sein kein Sollen.  Nur, weil es eventuell tatsächlich so ist, dass wir einen hohen Lebensstandard haben, folgt daraus nicht, dass wir irgend etwas tun sollen. Das scheint schon die Liste oben zu belegen, dass aus diesem Sein oft sogar gegensätzliche Handlungsalternativen gefolgert werden können.
Zweitens muss man die Prämisse selber hinterfragen. Haben wir tatsächlich einen hohen Lebensstandard? Was heißt hier "haben"? Wer ist "wir"? Ist er "hoch"? Und schließlich: Was bedeutet "Lebensstandard"?

Das Wort "haben" beinhaltet, dass der Standard etwas wäre, das man besitzen kann. Es impliziert, dass man einen Standard objektivieren kann. Aber ist das der Fall? Ist es nicht viel mehr so, dass die Welt sich ständig verändert und dass dieser Standard nicht eher ein "Sein" ist? Ein momentanes Sein? Wir befinden uns eventuell in einer hohen Lebenststandardsituation. Und geht es vergleichsweise materiell gut. Aber das Wort "haben" hier zu verwenden kann zur trügerischen Sicht verführen, dass es sich um einen nicht mehr veränderbaren Zustand handelt.
Wir haben ihn und können ihn nicht mehr verlieren.
Das ist trügerisch.

Denn der derzeitige Zustand ist abhängig davon, dass die Welt so bleibt, wie sie ist. Alles ist jedoch in Bewegung. Alles fließt. Den derzeitigen Zustand aufrecht zu erhalten bedeutet, dass die Einkommen gleich bleiben, dass die Rohstoffe weiter aus der Erde herausgeholt werden können, in der selben Rate, vom selben Ort, von den selben Menschen. Dass die Menschen sich in Zukunft gleich verhalten, dass wir immer das selbe wollen, dass sich Eigentumsstrukturen und Gesetze nicht ändern und dass zum Beispiel die Bevölkerungszahl gleich bleibt. Aber alle diese Dinge verändern sich ständig.

Wenn ich sage: Ich habe einen hohen Lebensstandard, weil ich ein Smartphone besitze, so vergesse ich:
  • Dass das Smartphone nicht ewig hält und irgendwann ersetzt werden muss. 
  • Dass der Ersatz aus Materialien bestehen muss, die von der anderen Seite der Welt her kommen: Öl, Gold, seltene Erden. 
  • Dass das Handy in einer internationalen Arbeitsteilung entstand, die von Menschen getätigt wird, die essen müssen, um zu überleben. 
  • Dass ständig irgendwo neue Handys produziert und designed werden und dass mein tolles Smartphone morgen schon zu einem niedrigen Lebensstandard zählen könnte. Wie, wenn ich heute mit einem Nokia 3310 herumlaufen würde und behauptete, ich hätte ein modernes Handy.

Hier eine Statik im Denken zu haben, kann trügerisch sein.
Weiters muss man sich fragen, wer "wir" ist. Wenn beispielsweise das BIP pro Kopf herangezogen wird und dann ein hoher Lebensstandard davon abgeleitet wird, dass es in Österreich momentan 36.980 Euro beträgt, so lässt sich die Frage stellen: Wem kommt das tatsächlich zu Gute? Wird bei den Lebensstandardberechnungen zum Beispiel die Einkommensverteilung einberechnet? Sind mit "wir" auch die 1,5 Millionen Menschen in Österreich gemeint, die armutsgefährdet sind? Und warum bei den Grenzen Österreichs aufhören? Ist mit "wir" die Menschheit gemeint? Hat die Menschheit einen hohen Lebensstandard? Und warum kann man unter "wir" nicht gleich auch die Tiere und Pflanzen einbeziehen? Haben Tiger einen hohen Lebensstandard? Haben Marder und Tauben in Wien einen hohen Lebensstandard? Das Wort "wir" lässt offen, wer überhaupt gemeint ist. Offenbar sieht sich der Sprecher einer Gruppe zugehörig. Aber wer ist diese Gruppe? Und wer ist nicht dabei?

Außerdem kann man sich fragen, ob der Lebensstandard wirklich hoch ist. Wenn man BIP-Berechnungen heranzieht, so kann man es auch international vergleichen. Und damit wird auch klar: hoch oder niedrig sind immer Vergleichswerte. Hoch im Vergleich wozu? Hier lohnt es sich natürlich, die Broken-Window-fallacy zu erwähnen. Auch wenn diese oft benutzt wird, um einseitig gegen Staatswesen zu argumentieren, kann sie jedoch auch auf unsere Problematik angewendet werden:


Wenn wir unseren "hohen" Lebensstandard anschauen, so müssen wir uns natürlich fragen: Hoch im Vergleich zu welchem Zustand? Nur im Vergleich zu anderen Ländern oder im Vergleich zur Vergangenheit könnte zu wenig sein. Man muss eventuell eben auch das Augenmerk auf das wenden, was bisher nicht gesehen wurde. Ist unser Lebensstandard eventuell sogar sehr niedrig, wenn man andere Maßstäbe ansetzt? Zum Beispiel was Freizeit, Freiheit oder menschlicher Umgang betrifft?! Ob unser Lebensstandard hoch oder niedrig ist, hängt davon ab, womit wir uns vergleichen!

Schließlich, und damit hängt alles vorherige zusammen: Was bedeutet überhaupt Lebensstandard? Was ist das gute Leben? Welcher Indikator zeigt uns gutes Leben an? Ist unser Leben besser geworden, wenn wir den Geldwert aller gehandelten Güter und Dienstleistungen, sprich das BIP, erhöht haben? Ist unser Lebensstandard höher, wenn ein konstruierter Glücksindex gestiegen ist? Dies wirft uns zurück auf die fundamentalsten philosophischen Fragen!

Wenn also in den Medien wieder einmal die Wortwahl fällt: "Wir haben doch so einen hohen Lebensstandard", so muss man aufhorchen: Was genau folgert der Sprecher daraus? 

Damit verrät er, was für eine Vorstellung des guten Lebens er hat, womit er sich vergleicht, zu welcher Gruppe er sich zugehörig fühlt,  und ob er der Vorstellung unterliegt, dass die Wirtschaft stationär ist und sich die Welt nicht verändern kann...

Geschenksökonomie - Vortrag [Video]

Wer mein Buch "Geschenksökonomie" nicht extra lesen möchte, kann sich nun auf Youtube meinen Vortrag über den Inhalt des Buches ansehen! Der Vortrag fand im Rahmen des Symposiums "Schenken/Teilen/Beitragen" am 20.12.2013 zusammen mit Thomas Herzig statt. Die Videos der anderen Vorträge kann man zusätzlich in diesem Channel ansehen!

Viel Spaß!


Ich bin Bitcoin-Währungsspekulant...

Ich bin Währungsspekulant, ich gebe es zu.

In vorherigen Blogposts beschrieb ich, wie ich auf Bitcoin stieß und wie ich reflektierend darauf kam, dass ich eigentlich bereits Währungsspekulant war. Der Blogpost endete mit „to be continued…“. Diese Fortsetzung möchte ich hiermit nachbringen. Was ist seit 2011 passiert? 


Der Stand vom letzten Post im Jahr 2011 war, dass ich 50 Euro, also 70 Dollar, in Bitcoin auf Mt.Gox investiert und 1 Bitcoin dann bei mir lokal auf den Computer gespeichert hatte. Der Kurs war damals auf 15 Dollar pro Bitcoin. Die weitere Odyssee lief wie folgt ab:

  • Mein Computer ging zunächst ein. Das eine Bitcoin war für immer verloren. Ich schloss damals mit Bitcoin ab und vergaß sogar mein Passwort für Mt.Gox.
  • Im Jahr 2013 hörte ich dann immer mehr davon. Ein Freund erzählte mir, er hätte auf Bitcoin-24.com investiert. Da ich gerade etwas Geld beiseite hatte, registrierte ich mich dort und investierte nochmals 150 Euro. Ich hatte also bis zu diesem Tag 200€ in Bitcoin investiert. Das war ungefähr im April 2013, als der Preis für ein Bitcoin bei ungefähr 40 Euro lag.
  • Ich spendete mittels Bitcoin einen kleinen Betrag an Gimp, weil ich das Programm herunterlud und sah, dass man mit Bitcoin spenden konnte.
  • Dann sperrten die polnischen Behörden die Seite Bitcoin-24.com. Der offizielle Grund war Geldwäscheverdacht. Glücklicherweise hatte ich gerade beinahe alles (bis auf 25 Euro) in Bitcoin dort liegen und Bitcoin-Auszahlungen waren noch möglich. Ja, Behörden können so etwas offenbar machen, ohne den entstandenen Schaden ersetzen zu müssen. Auch wenn ich dort kein Geld wusch.
  • Ich erinnerte mich wieder an den Mt.Gox-Zugang. Innerhalb 10 Minuten hatte ich die Bitcoin von Bitcoin-24 auf Mt.Gox überwiesen. Ich hatte also noch um die 3 Bitcoin auf der japanischen Börse.
  • Es folgte ein starker Kursanstieg. Bitcoin durchbrach die 1.200 Dollar-Marke. Ich hatte auf dem Weg nach oben immer mehr Bitcoin-Teile verkauft. Doch wie das Geld auszahlen? Bei jeder Börse musste man sich auf einmal mit Pass verifizieren und Mt.Gox meinte, das würde Wochen dauern. Die internationalen Behörden hatten also die Anonymität der Währung beinahe unmöglich gemacht alleine dadurch, dass man sich an den großen Börsen mittels Name und Pass verifizieren muss. Wenn du Ein- und Ausgänge kontrollierst, kannst du auch die Währung kontrollieren.
  • Ich meldete mich bei der deutschen Börse Bitcoin.de an, weil da die Verifizierung schneller ging. Ich transferierte einen Teil der Bitcoin an Bitcoin.de.
  • Als Bitcoin bei 538 Euro stand, verkaufte ich über Bitcoin.de 0,5 BTC entgültig gegen Euros, hatte also kurz darauf 267 Euro auf meinem Konto.
  • Damit hatte ich die 200 Euro, die ich insgesamt jemals eingezahlt hatte, plus 67 Euro Ertrag wieder herausgeholt aus der Bitcoin-Spekulation. Ich besaß jedoch weiters noch 2,5 Bitcoin und 800 Dollar bei Mt.Gox.
  • Ich machte einen Account bei Vircurex.com auf. 300 Dollar wandelte ich bei Mt.Gox in Bitcoin um und überwies sie innerhalb von Minuten auf Vircurex. Ich kaufte darum: 11 Anoncoin, 130.000 Dogecoin, 178 Feathercoin, 2,5 Litecoin, 14 Peercoin, 127 Worldcoin.
  • Ich erfuhr, dass man sich auf Bitcoin-24.com 72% seines Geld-Guthabens auszahlen lassen kann, wenn man sich verifiziert. Da ich dort noch 25 Euro liegen hatte, konnte ich mir davon 18 Euro auszahlen lassen.

Fazit:

Ich habe also, wenn das Geld von Bitcoin-24 kommt, aus 200 Euro Investment im Jahr 2011

  • 285 Euro, schon auf meinem Konto
  • um die 420 Euro nach heutigen (06.01.2014) Kursen in Altcoins auf Vircurex, 
  • 1755 Euro in Bitcoins plus noch 500 Dollar (=374 Euro) auf Mt.Gox

im Jahr 2014 gemacht. Das sind momentan insgesamt um die 2.834 Euro. 1417% Zinsen in 2 Jahren oder 700% pro Jahr. Nicht schlecht, verglichen mit dem Sparbuch.

Mir ist bewusst, dass das abgesehen von der kleinen Spende, reine Währungsspekulation ist. Und mir ist bewusst, dass so mancher Bitcoin nicht als Währung bezeichnen würde. Ja, mir ist auch bewusst, dass diese Währungen enorm viel Energie brauchen, die man sicher intelligenter einsetzen könnte. Ebenso ist mir bewusst, dass ich mit dieser Spekulation die Welt um keinen Deut besser mache.

Ich bin Währungsspekulant, ich gebe es zu.

Amazon: Der Kreis schließt sich

Schauen wir uns zu Beginn die Chronologie einer tragischen Geschichte an:
  • Alles beginnt, wie eine ARD-Doku die Arbeitsbedingungen bei Amazon aufzeigt:



Diese Doku legt dar, wie mit den Mitarbeitern umgegangen wird. Es wird in ihre Privatsphäre eingedrungen, gesetzlich vorgeschriebene Standards werden mittels Leiharbeit umgangen und es werden Firmen als Aufpasser beauftragt, die Neonazis anstellen.



Ich hatte bei diesen Meldungen schon längst die Geschäftsbeziehungen mit Amazon abgebrochen. Ich kaufe nichts mehr dort ein. Ich verwende keine Affiliate-Links mehr. Ich verkaufe meine Bücher nicht mehr über Amazon (außer da, wo ich noch vertraglich gebunden bin). Alle diese Infos habe ich auch über die sozialen Netzwerke unter meinen Freunden weiterverbreitet. Mit so einem Unternehmen wollte ich nicht zusammenarbeiten, geschweige denn dort einkaufen.
Doch dann kamen Infos, die den Kreis schlossen:
Diese beiden Informationen ließen mich nachdenklich und wütend zurück.

Denn die erste Meldung ließ für mich nur folgende Schlüsse zu:
  1. Entweder den Menschen war das Verhalten von Amazon egal.
  2. Oder sie konnten nicht von A auf B schließen.
  3. Oder sie hatten nie eine Zeitung aufgeschlagen und wussten nichts davon.

Ich weiß nicht, welcher bedenklicher ist.

Ich wurde ein wenig wütend. Wütend über die Leute, die sich über den Kapitalismus aufregten. Wütend über Leute, die sich über Burnout oder schlechte Arbeitsbedingungen beschwerten. Wütend über Leute, die über Ausbeutung jammerten. Denn wie kann man sich über etwas beschweren, das Ganze jedoch dann wieder durch die eigenen Handlungen unterstützen?! Mit jedem Euro, den wir ausgeben, entscheiden wir, wohin sich diese Welt dreht!

Liebe Leute! Man kann nicht an der Supermarktkassa als Dritter in der Reihe stehen und nach vorne rufen "Bitte eine neue Kassa aufmachen!" und sich gleichzeitig wundern, dass es in der Arbeit immer stressiger wird. Wie man in den Wald schreit, so hallt es zurück!
Man kann sich nicht über immer mehr Druck auf dem Arbeitsmarkt aufregen und trotzdem Konzerne wie Amazon belohnen, indem man ihnen Rekordumsätze beschert! Durch den Einkauf bei Amazon gibt man Amazon die Zustimmung, weiter so zu verfahren. Man zeigt ihnen, dass man ihre Geschäftspraktiken unterstützt.

Die meisten Menschen sehen offenbar den Zusammenhang nicht. Sie können nicht von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen. Sie können keine Trends weiterführen. Oder sie wollen nicht. Sie wollen keine Verantwortung übernehmen. Sie haben Angst vor der eigenen Veränderungsmacht.

Oder aber ihnen gefällt die Ausbeutung von sich und von anderen und das gleichzeitige Jammern darüber.

Aber vielleicht kann ich helfen und einmal den Trend weiterverfolgen, der aus obiger Meldung Nummer zwei folgt:

Denn die gute Nachricht lautet: bald werden gar keine Menschen mehr in den Lagern von Amazon arbeiten. Die Logistik wird komplett maschinisiert ablaufen. Jetzt also in die Lagerarbeiterbranche zu wechseln dürfte keine gute Idee sein. Dann werden jedoch auch noch die Drohnen kommen und unser Leben komplett umkrempeln. Die Drohnen werden den Paketdienst übernehmen und dort die Menschen ersetzen.



Wenn man also im Paketservicebereich arbeitet könnte man jetzt schon anfangen, sich umzuschulen. Denn der Arbeitsaufwand in der Branche wird überflüssig oder zumindest drastisch reduziert werden.
Durch die steigende Rechenleistung werden die Drohnen auf einmal universell einsetzbar. Man denke nur an eine Großbaustelle, auf der keine Menschen mehr arbeiten. Es gibt große Drohnen für das Heben schwerer Teile. Kleine Schweißdrohnen verbinden Metalle. Andere schrauben Fenster an die Fassade. Über kurz oder lang wird es komplett maschinisierte Baustellen geben, die komplett menschenlos ablaufen. Die Hochhäuser in wenigen Tagen komplett errichten.

Natürlich kann es auch ganz anders kommen. Der Dollar oder der Euro könnte crashen und eine richtige Weltwirtschaftskrise auslösen. Oder es fliegt ein Atomkraftwerk in Frankreich und/oder Deutschland in die Luft. Auch nicht ganz unwahrscheinliche Szenarien. Dennoch denke ich, dass die Maschinisierung nicht halt machen wird. So sollte man sich auch auf dieses Szenario vorbereiten.

Technologie setzt sich einfach immer schneller durch. Wie lange dauerte es, bis jeder in Österreich ein Handy hatte? Fünf Jahre? Wie lange, um vom Handy aufs Smartphone umzusteigen? Ein Jahr?! Was werden wir in einem Jahr haben? In zwei oder drei?

Die gute Nachricht ist, dass man vor dieser Maschinisierung keine Angst zu haben braucht. Wir sollten nicht wie die Maschinenstürmer der industriellen Revolution reagieren. Auf lange Sicht kann man es als Positiv bewerten, wenn uns Maschinen die Arbeit abnehmen. Wenn eine Maschine billiger als der Mensch arbeiten kann, so ist die Folge, dass auch die Produkte billiger werden. Das ist ja der Grund, weshalb die Leute so gerne bei Amazon einkaufen. Weil es billiger ist. Wenn also ein Haus mittels Drohnen schneller gebaut wird, so werden Häuser einfach billiger.

Unser materieller Wohlstand beruht meines Ermessens ja darauf, dass uns Maschinen so viel Arbeit abnehmen können. Er beruht also auch darauf, dass in der Vergangenheit der Job von jemandem ersetzt wurde durch eine Maschine. Und offensichtlich wollen wir diesen Fortschritt und diesen materiellen Wohlstand. Sonst würden wir nicht wie verrückt einkaufen.

Also schließt sich der Kreis:
So gesehen sollte man sich nicht wundern, wenn es immer stressiger im Job wird. Und man sollte sich nicht wundern, wenn man plötzlich durch eine Maschine ersetzt wird. Denn früher oder später wird das passieren. Was bleibt ist die Frage, wie man darauf reagiert. Und wie man das Verteilungsproblem löst. Aber auch dazu gibt es Lösungsansätze. Man muss sich nur informieren und dementsprechend handeln.
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