Wie man einen Sinn im Leben findet

  1. Jedes unangenehme Gefühl (Angst, Wut, Eifersucht,...) bietet eine Chance!
  2. Wenn man untersucht, was dahinter steht, kann man viel lernen!
  3. Woher kommt das Gefühl? Was löste es wirklich aus? Was ist die Ursache?
  4. Wenn man dann eine Lösung für das dahinter liegende Problem findet, kann man viel heilen.
  5. Denn man kann dann auch für andere Menschen, die das gleiche Problem haben, einen Lösungsweg zeigen.
  6. So gesehen sind viele Probleme oder unangenehme Gefühle eine unglaubliche Chance, das eigene Leben und das vieler anderer zu verbessern und damit einen Sinn im eigenen Leben zu finden.
  7. Folge deinen Problemen, löse sie für dich, lehre anderen, wie du sie gelöst hast und du wirst Sinn finden!
  8. Nütze deine unangenehmen Gefühle um zu forschen!
  9. Finde Sinn, indem du dein Leben und das vieler anderer verbesserst!

Polyamorie und Eifersucht

Eine der häufigsten Fragen, die im Zusammenhang mit Polyamorie gestellt wird, ist die nach der Eifersucht. "Ich wäre viel zu eifersüchtig dafür" ist eine oft getätigte Aussage. Andere sind überrascht darüber, wenn man Eifersucht als polyamorer Mensch zeigt und nehmen es als vermeintlichen Beweis dafür, dass Polyamorie "nicht funktioniert". Aber wie verhält es sich mit Polyamorie und Eifersucht?

Ist Eifersucht schlecht?

Mögliche Antworten auf diese Frage werden von polyamor lebenden Menschen vermutlich genau so vielfältig ausfallen, wie es die Konzepte von Polyamorie selber tun. Manche werden Eifersucht verdammen, andere verdrängen und wiederum andere sie als völlig normal hinstellen. Ich persönlich würde Eifersucht als Chance sehen. Und als diese kann man sie nutzen oder auch nicht. So gesehen würde ich sie weder als gut, noch als schlecht bezeichnen. Aber was ist Eifersucht überhaupt?

Was ist Eifersucht?

Eifersucht wird oft als Gefühlsbündel erfahren. In diesem können Gefühle von Angst, Minderwertigkeit, Verlustangst, Neid oder gar Gier enthalten sein und in unterschiedlicher Intensität auftreten. Insgesamt wird Eifersucht weder von der Person selber, bei der sie auftritt, als auch bei der Person oder den Personen, auf die sie sich bezieht, als positives Gefühlsbündel bezeichnet werden. Es ist unangenehm, wenn der Partner oder die Partnerin eifersüchtig ist. Und gerade in der Polywelt sind Eifersuchtsszenen oft verpönt oder zumindest ungern gesehen.

Eifersucht als Lehrmeister

Dabei kann Eifersucht ein großartiger Lehrmeister sein. Wie das möglich ist, möchte ich anhand meiner persönlichen Erfahrungen beschreiben:

In meiner ersten nicht-exklusiven Beziehung war ich sehr eifersüchtig. Wenn meine Partnerin sich mit jemand anderem traf, ging ich durch fast alle menschlichen Emotionen: Angst, Wut, Trauer, das Gefühl, auswechselbar zu sein, das Gefühl, nicht genug zu sein,... Aber auch positiv besetzte Gefühle wie Freude, Liebe und eine tiefe Verbundenheit waren ab und an zu spüren.
Gedanken wie "Was, wenn er viel toller ist als ich?" oder "Wird sie mich jetzt verlassen?"gingen durch meinen Kopf- generell großes Kopfkino mit tausend Vorstellungen.

Wenn ich mit meiner Partnerin anschließend darüber redete, fand ich es zunächst schwer, auch Details zu hören. Aber zumindest das Kopfkino konnte damit ein wenig beruhigt werden. Mir persönlich half es, alles zu erfahren, auch wenn es teilweise weh tat.

Das Gute ist, dass man lernen kann, mit Eifersucht umzugehen.

Erstens hilft es, wenn Eifersucht auftaucht, sie einfach zu fühlen. Sie ist nunmal als innerer Fakt da. Nicht hilfreich ist es, sie zu ignorieren oder zu unterdrücken. Sie zu fühlen und anzunehmen half mir im ersten Schritt.

Im zweiten Schritt half mir, meine Vergangenheit anzusehen. Insbesondere über die Beziehungen meiner Eltern zu reflektieren half mir enorm, denn da erfuhr ich das meiste über mein eigenes Verständnis von Beziehung, Liebe und Verbundenheit. Durch diese Selbstreflexion bemerkte ich, dass eigentlich Verlustangst bei mir der dominierendste Teil war.

Als ich dann drittens duchschaute, dass ich keine Angst vor dem Verlust der Beziehung haben musste, war auch meine Eifersucht entschieden gemildert.

Wie milderte ich meine Verlustangst?

Wie verlor ich diese Angst? Ich machte mir klar, dass ein Ende der Beziehung kein Ende der Welt darstellte. Dass ich glücklich sein konnte, so lange sie bestand. Dass ich aber schon vor der Beziehung auch glücklich alleine gewesen war. Dass also beides gut war: Fortbestand und Nichtfortbestand. Egal, was passieren würde, ich könnte damit umgehen. Daher brauchte ich auch keine Angst mehr zu haben.

Warum muss man also keine Angst vor dem Verlust haben?
Zunächst, weil man darauf vertrauen kann, dass man immer am richtigen Fleck zur richtigen Zeit ist. Wenn man es schafft, diese Verbindung mit dem Urvertrauen herzustellen, so ist viel geholfen. Meine Erinnerung daran, dass ich eigentlich auch gut alleine sein konnte, ohne einsam zu sein und die Reflexion über die Scheidung meiner Eltern, der ich als Kind ausgeliefert war, halfen ungemein. Nach diesem ausführlichen Prozess hatte ich nicht nur enorm viel über mich selber und meine Gefühlswelt gelernt, ich war auch gefühlt emotional stärker geworden.  
Danke, Eifersucht!

Durch diese Erkenntnisse konnte ich zukünftigen Eifersuchtsanfällen viel besser begegnen
(Disclaimer: All dies ist leichter zu beschreiben, als es in der Realität oft durch zu führen ist. Ja, auch ich tat und tue mir noch immer schwer mit vielen dieser Probleme!)

Eifersucht als Schmerz

Bei der Eifersucht verhält es sich wie mit einer schmerzenden Wunde. Natürlich kann man auch bei einer Wunde zunächst Schmerzmittel nehmen. Auch bei Perioden der Eifersucht kann man sich Schokolade einwerfen, sich in eine warme Badewanne legen oder sich mit anderen Partnern ablenken. All das ist legitim, genau so, wie es legitim ist, Mittel gegen Schmerzen zu nehmen, falls man sonst ohnmächtig wird.

In weiterer Folge wäre es jedoch natürlich sinnvoll, die Ursache der Schmerzen zu untersuchen. Genau so, wie man dank des Schmerzes erfährt, dass man blutet und die Wunde behandeln kann, ist es bei der Eifersucht möglich, Seelenarbeit zu leisten, um innere Wunden zu entdecken und zu heilen.

Dies kann sowohl für polyamor, als auch monoamor lebende Menschen von Vorteil sein. Doch zurück zur Polyamorie.  

Eifersucht in der Polywelt

Selbstverständlich wird Eifersucht in polyamoren Beziehungen verspürt. Selbstverständlich wird viel darüber diskutiert. Meiner Erfahrung nach gibt es jedoch oft einen Unterschied: Die Eifersucht wird nicht als etwas gesehen, das Sache des Partners, des Gegenübers ist. Die Verantwortung über die Eifersucht wird eher bei sich selbst gesucht. Nicht die Freiheit des Partners wird versucht, einzuschränken durch Fremdgehverbote, sondern viele erkennen, dass die Eifersucht eine persönliche Sache ist, mit der man zunächst selber versuchen sollte, umzugehen. Die Taten des Partners sind eventuell der Auslöser, nicht jedoch die Ursache für Eifersucht, dies kann man sich bewusst machen.

Fazit

Ja, auch in der Polywelt gibt es Eifersucht. Mit ihr umgehen zu lernen und ihre Ursachen zu untersuchen ist eine der schönsten Erfahrungen, die einem eine polyamore Lebensweise lehren kann. Sie zu verdammen, zu ignorieren oder zu unterdrücken kann man tun, nur wird man sich vieler Erkenntnisse über sich selber, seiner Beziehungsmuster und seiner Weltvorstellungen generell verwehren.
Eine polyamore Lebensweise deshalb nicht zu auszuprobieren, weil man eifersüchtig ist, ist keine Lösung. Denn selbst in monogamen Beziehungen wird sie auftreten und bei weitem nicht den gleichen Erkenntnisraum liefern. Sich aus Angst von der Liebe abwenden, ist nicht empfehlenswert. Angst war bisher selten ein guter Ratgeber.



How to love what you are doing


The problem...

Why don't you love what you are doing?
Because you are doing it for the sake of achieving something else!


Doing something for a reason is the problem! 
We are learning in school: Learn, so you’ll get good grades! Get good grades so you can go to university! Go to university so you can get a good job! Get a good job to…
So, the problem with this is: We are giving away a skill. The skill of doing something because it is in it’s own worth. We are trapped in a thinking, that contains only doing something for achieving something else.

What is bliss?

This thinking is the opposite of flow. It is also the opposite of bliss. What is bliss? Bliss is loving what you are doing. Bliss is being in a state of flow. Like the musician, who is so focused on his play, that he loses the feeling for time and just plays. 

This is the goal: That we get so good at something, that we can improvise. That all the small steps we have learned on the way can be combined into something great. For this we need practice – a lot of practice. And a lot of practice feels like work when it is done for a reason.

The journey is the reward. We have heard this saying often. But what is the true meaning? The deeper meaning is that we stop doing things to achieve other things. That we do things because they have their beauty in themselves.

This doesn’t mean that you should stop doing what you are doing. It means doing the things you are already doing but doing them with love. How to do this? 

How to love what you are doing

Be in the now!

Firstly by coming to the moment. Don’t look to the goal. Don’t look for the result. Come to present and watch yourself doing what you are doing. Concentrate. Center yourself. Forget the future and the past. Keep the focus on only what your are doing.

Life is a game!

Second start to seeing it as a game. Imagine you are playing while doing what you are doing. What happens in a game? You can play freely. Playing is without fear. Playing is creative. Playing is fun. Playing is not serious. Stop taking things serious! Because they aren’t! The whole life is a game. The whole world is our playground. Become the child you once was! Start fooling around.

Grow!

Third: Challenge yourself to new hights. Try to become the best in what you are doing. Improve yourself. How could you do this activity more playful, more efficient, faster, more beautiful? Grow!

Give value!

Four: Make the somebody else's life better! How could you do the same task in a way, that it improves the lifes of others more? How could you make somebody else smile by doing it? How can you do this in a way that makes the people you serve start to believe in the goodness of humanity again? How can you do it, so it really gives value to others?

Teach! 

Five: Then teach others how to do this. Teach by example. We are all teachers. We just have to decide on what to teach. Teach others to achieve your successes! Others are always learning from our actions. 

The way to happiness

This is one way to happiness.

Die Geschichte von PATRON4change

Im Jahr 2016 kontaktierte mich Helmut. Er wollte ein Crowdfunding-Projekt starten und wollte wissen, ob ich ihn dabei beraten könnte. Nach einigen Gesprächen fand ich mich auf einmal als Teil des Projekts wieder. Seither arbeite ich bei PATRON4change mit und seither ist viel passiert.



Was ist PATRON4change?

PATRON4change versuchte ein Problem zu lösen, das wir selber hatten: Wir wollten uns zivilgesellschaftlich engagieren. Jedoch gibt es keine Bezahlung hierfür. Man kann sich entscheiden: Entweder ich mache eine gesellschaftlich relevante Tätigkeit oder ich gehe Erwerbsarbeit nach. Beides gleichzeitig ist sehr schwer möglich.
PATRON4change sollte hierfür eine Lösung bieten. Ich zitiere von unserer neuen Homepage:

Auf der Crowdfundingplattform PATRON4change können sich Pioniere des Wandels präsentieren. So haben sie die Chance, Unterstützer*innen für ihre Vorhaben zu finden. Über eine monatliche finanzielle Zuwendung von “Patrons” (Personen oder Firmen) entsteht ein Zusatzeinkommen, mit dem die Changemaker sich ihr Engagement besser leisten und ihre Vorhaben eher umsetzen können. Darüber hinaus liefern sie uns in ihren Videos Inspiration, Motivation und Orientierung dafür, wie sich jeder einzelne von uns engagieren kann.
Somit ist PATRON4change zwar eine Crowdfunding Plattform, nur eine etwas andere, innovativere. Zahlungen erfolgen nicht einmalig sondern regelmäßig und ermöglichen so ein Einkommen. Nicht irgend welche Projekte sollen unterstützt werden, sondern Menschen, die an Missionen arbeiten, die zivilgesellschaftlich relevant sind und die ein besseres Zusammenleben zwischen den Menschen selber und zwischen Mensch und Natur ermöglichen.

Was ist meine Aufgabe bei PATRON4change?

In einem Team ist es wichtig, dass unterschiedliche Fähigkeiten zusammen kommen.
Helmut war Visionsgeber. Er hatte die Idee zusammen mit Fabian entwickelt.
Helmut ist Vernetzer. Er kennt überall Leute und lernt ständig welche kennen. Er ist hoch motiviert und engagiert. Und er hat durch seine Arbeitserfahrung, die von einer Werbeagantentur bis hin zu Arbeit beim Social Startup Talentify reichen, auch die notwendigen Tools parart, um ein soziales Unternehmen zu führen.

Ich brachte zunächst meine technischen Fähigkeiten ein. Eine simple Homepage war schnell aufgesetzt. Videos für unseren Kanal auf Whatchado waren von mir produziert. Ich brachte dafür das notwendige Equipment mit.
Meine Erfahrungen mit Social Media und Blogging konnte ich ebenso einsetzen. Hier ein Blogeintrag auf unserer neuen Seite, die unsere Social Media Kanäle zusammenfasst.
Durch meine Erfahrungen mit meinem persönlichen Vlog war ein Unternehmensvlog im Handumdrehen produziert:




Und natürlich konnte ich durch meine betriebswirtschaftliche Ausbildung einiges zur Unternehmensstruktur einbringen.

Helmut und ich sind sehr selbstorganisiert und -diszipliniert und haben großen Spaß an der Arbeit. Wir können gut mit Ungewissheit umgehen. Wenn man mich gefragt hätte, ob ich an die Idee glaubte, so hätte ich das vermutlich verneint. Aber ich hätte auch nicht nicht daran geglaubt.  
Woher soll man wissen, ob eine neue Idee funktioniert, bevor man sie ausprobiert hat?

Die Plattform steht

Damit konnten wir die Plattform zu dem machen, was sie heute ist.
Auf https://patron4change.org/ kann man sie in ihrer ganzen Pracht bewundern. Dieses Jahr flossen die ersten Euro über die Plattform. Dies sehe ich als erstes Zeichen, dass das Pflänzchen beginnt zu sprießen. Ich persönlich sehe es als wichtiger Meilenstein, dass sie verwendet werden kann und dass sie auf Nachfrage trifft.
Nun gilt es, auf diesem Erfolg aufzubauen. Die Reise geht weiter. 

Gelernt habe ich bereits vieles auf dieser Reise. Trotz Rückschlägen nicht aufzugeben. Und neben den persönlichen Skills, dem technischen Know How und den Führungsqualitäten war es eines, das ich erneut lernen durfte: Dankbar zu sein.

Dankbarkeit

Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
Es ist unglaublich, was für Hilfe einem bei einer Mission zuteil wird, wenn man bittet. Sei es beispielsweise von den HTL-Schülern der HTL tgm, die durch unzählige Programmierstunden beitrugen, oder sei es durch die Kanzlei Schönherr, die rechtliche Beratung lieferte

So viele Menschen haben zu PATRON4change ehrenamtlich beigetragen, dass man sie gar nicht alle erwähnen kann. Sie wurden alle durch die Idee inspiriert. 
Ihnen gebührt die größte Dankbarkeit! Denn ohne sie wäre PATRON4change bei weitem nicht da, wo es jetzt stünde: Als fertige Plattform bereit, um sozialen Wandel herbei zu führen!

Was ist Polyamorie?

In einem vergangenen Post habe ich darüber geschrieben, dass ich polyamor lebe und wie ich zu dieser Liebesform gekommen bin. Begriffe kann man unterschiedlich deuten und so mancher versteht unter dem selben Begriff etwas anderes. Nur allzu oft wird Polyamorie mit Polygamie verwechselt. Doch was ist Polyamorie genau und wie kann man sie einordnen?

Graphische Zusammenfassungen

Folgende Graphiken können einen ersten Überblick verschaffen (Ich poste sie hier nicht direkt aus urheberrechtlichen Gründen). Überraschend mag zunächst die Vielfalt der Beziehungskonzepte sein.

http://beziehungsgarten.net/blog/wp-content/uploads/2015/05/v2_1deutsch-die-vielfalt-der-liebesbeziehungskonzepte.jpg

Diese Grafik gefällt mir persönlich am besten. Sie ist einfach strukturiert und gibt einen ersten Überblick. Nach diesen Definitionen würde ich mich persönlich unter "Offene Beziehung" oder allerhöchstens unter "Hierarchische Polyamorie" sehen.
Weiter geht schon die MonoPoly-Matrix, welche man hier einsehen kann:

http://www.christianruether.com/wp-content/uploads/2018/01/MonoPoly-Version-1.6-final-Word.pdf

Die Autoren vergeben den unterschiedlichen Konzepten Smileys bei der Bewertung, ob sie polyamor einzuordnen sind oder nicht. Auch nach der Tabelle würde ich mich unter einer Offenen Zweierbeziehung einordnen.
Unübersichtlicher wird es bereits hier:

http://www.obsidianfields.com/lj/nonmonogamy3-large.png

Spannend ist der Titel "The types of non-monogamy", weil er Polyamorie hier negativ formuliert: Alles, was nicht monogam ist. Ich habe keine Ahnung, wo ich mich hier einordnen würde.
Und zuletzt noch eine wieder einfachere, welche Beziehungen in offen und geschlossen einteilt:

http://www.christianruether.com/wp-content/uploads/2017/12/close-open-vice.jpg

Was eint diese Definitionen?

Was all diese Definitionen eint, ist der Blick auf die Vielfalt. In unserer westlichen Welt, durch Hollywoodfilme indoktriniert, herrscht ein Bild von Beziehungen vor: Das monogame, exklusive, geschlossene.

Aus meiner Sicht lohnt es sich, dieses Bild zu erweitern und neue Dinge aus zu probieren. Ich habe daraus schon viel über zwischenmenschliches Zusammenleben und Liebe lernen können.

Wichtig ist zu beachten, dass selbst wenn man mit polyamor lebenden Menschen spricht, es zu Kommunikationsproblemen kommen kann. Was meint die andere Person, wenn sie das Wort polyamor in den Mund nimmt? Meint sie offene Beziehung? Meint sie Polyfidelity? Meint sie Beziehungsanarchie?

Und hier wird wiederum das besonders wichtig, was in allen Beziehungsformen, egal ob geschlossen oder offen, gilt: Kommunikation ist der Schlüssel für ein gutes Zusammenleben!

Hier ist der dritte Beitrag der Reihe zu finden: Polyamorie und Eifersucht!

The Dictator's Handbook Rezension


Ein Grund, weshalb ich mich schon mein halbes Leben lang mit Wirtschaft befasse, ist, dass ich immer schon verstehen wollte, wie die Spielregeln unserer Gesellschaften funktionieren. Ich wollte wissen, wieso manche Länder arm und andere reich sind.

Wir wissen heute, dass Armut rein technisch gesehen leicht zu beseitigen wäre. Jean Ziegler drückt dies in einem starken Satz aus: "Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet"

Armut ist heute kein Produktionsproblem mehr, sondern eines der Verteilung. Sie ist eine Frage der Macht.

Nun ist Macht ein Thema, das die Wirtschaftswissenschaften gekonnt ausblenden.

Ein Glücksfall

Durch einen Glücksfall stieß ich auf das Buch "The Dictator's Handbook. Why bad behavior is almost always good politics." (Affiliate Link!)
Der Titel könnte nicht schlechter gewählt sein, denn er suggeriert, dass es in diesem Buch nur um Diktaturen geht oder um schlechtes Benehmen - was nicht der Fall ist.

In Wirklichkeit haben Bruce Bueno de Mesquita und Alastair Smith mit diesem Buch viele Geheimnisse der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gelöst. Ich sehe es als eines der wichtigsten Bücher an, die ich je zum Thema Macht, Politik und Wirtschaft gelesen habe. Es geht um Machtstrukturen in Wirtschaft und Politik, egal ob demokratisch oder autokratisch organisiert.

Die beste Zusammenfassung dieses Buches kann man in diesem 20 minütigen Youtube-Video sehen:


Dieses Video ist zwar humorvoll gestaltet, aber die Inhalte sind wichtig wenn es darum geht, Wirtschaftspolitik zu verstehen.

No man rules alone

Zurück zum Buch. Die Autoren schreiben darin zunächst auf Seite 1:


„[…] no emperor, no king, no sheikh, no tyrant, no chief executive officer (CEO), no family head, no leader whatsoever can govern alone.“

Dies ist ein Prinzip, das oft vergessen wird. Macht ist kein einseitig ausübbare Funktion, sondern muss in einem Beziehungsgeflecht stattfinden. Wie sieht dieses aus?

Drei Gruppen der Gesellschaft

Aus Sicht eines Staatsmannes, sei er Demokrat oder Diktator, kann man den Rest der Bevölkerung in drei Gruppen einteilen:


1.) Das "nominal selectorate" oder auch die "interchangeables" - eine große Gruppe austauschbarer potenzieller Kandidaten, diejenigen, die vorgeblich den Anführer auswählen.

2.) Das "real selectorate", die "influentials" -die, die tatsächlich den politischen Anführer auswählen oder zumindest großen Einfluss darauf ausüben, wer regiert.

3.) Die "winning coalition" oder die "essentials" - diejenigen, die im Video die "keys" genannt werden. Diejenigen, die auf jeden Fall befriedigt werden müssen, möchte der Anführer weiter regieren.


Einer der Autoren stellt diese Theorie in diesem Interview vor:


Um es nicht zu kompliziert zu machen: Ein Anführer kann nicht alles alleine entscheiden. Er ist abhängig von Unterstützern. Umgekehrt sind die Unterstützer abhängig von der Politik, die der Anführer macht. Das System stützt sich gegenseitig

Das Ziel der Politik

Politische Anführer haben laut dem Buch ein Ziel: "To come to power, to stay in power and, to the extent that they can, to keep control over money." (S.xxiv)
Damit gehen die Autoren gleich von einem anderen Menschenbild für Anführer aus, als wir es oft annehmen. Wir denken oft, Anführer wollen nur das Beste für das Volk und wir sind wütend und enttäuscht, wenn sie das Gegenteil machen.

Dabei sind Anführer genau deshalb an dieser Position: um der winning coalition und sich selber möglichst viele Ressourcen zu verschaffen. Anführer sind an ihrer Position, weil das primär ihrem Eigeninteresse und damit dem ihrer Unterstützer dient. (Vgl. S.xxiii)

Damit dienen die meisten Aktionen der Politik, wie Steigerung der sozialen Wohlfahrt oder des Wohlstandes des Volkes immer einem Ziel: Machterhalt - und das nicht nur in Diktaturen, sondern auch in Demokratien. 
Aus Sicht eines politischen Führers und seiner Unterstützer hat das Volk eine Funktion: Steuern zu zahlen.

„From a leader’s point of view, the most important function oft he people is to pay taxes. All regimes need money. As a result, certain basic public goods must be made available even by the meanest autocrat, unless he has access to significant revenue from sources, like oil or foreign aid, that are not based on taxing workers. Public benefits like essential infrastructure, education, and health care, need to be readily available to ensure that labor is productive enough to pay taxes to line the pockets of the rulers and their essential supporters. These policies are not instituted for the betterment of the masses, even though, of course, some members of the masses, especially workers, benefit from them.“ (S.107)
Es kommt nicht auf den guten Willen an, ob die Masse eine gute medizinische Versorgung, eine gute Ausbildung oder eine gute Infrastruktur erhält. Sondern es kommt darauf an, ob dies dem Machterhalt und -Ausbau des Anführers und seiner Unterstützer dient.

Dies könnte der Grund sein, weshalb Maria Theresia just da die allgemeine Schulpflicht einführte, als sie sah, dass die gegnerischen Soldaten besser gebildet und damit schlagkräftiger waren. 
Dies könnte weiters der Grund sein, weshalb unsere Universitäten immer verschulter werden und immer mehr Spezialisten produziert. Nicht frei denkende, das System durchschauende Menschen sollen gebildet werden, sondern gute Arbeiter, die genau so viel wissen, dass sie das BIP steigern können und genau so wenig, dass sie das System nicht durchschauen.


Weitere starke Sätze

Das Buch ist noch voll von starken Sätzen und wichtigen Erkenntnissen.
Zum Beispiel wird die Frage beantwortet, weshalb politische Führungspersönlichkeiten fast nie tatsächlich etwas ändern, sondern versuchen, Bestehendes zu erhalten.

"It is the existing rules that have allowed them to seize and control resources to date." (S.251)

Sie sind genau durch dieses System an die Macht gekommen und umgekehrt ist es der Wille der wichtigsten Systemspieler, dass genau sie an den Schalthebeln sitzen und nicht jemand, der wirklich etwas ändern will. Außer natürlich, es ist zu Gunsten der essentials. Aber wehe, ein Anführer stellt sich gegen deren Willen:

"[...] those who can bring a leader to power can also bring the leader down." (S.59)

Wirklich verändern können und wollen solche Anführer selbstredend nichts, sonst sind sie schnell wieder ihre Position los. Dies könnte auch der Grund sein, weshalb ein neuer Manager einer Firma nicht gleich auf eine andere Position umschwenkt. Oder warum politische Parteien vor der Wahl sich zwar stark unterscheiden, nach der Wahl jedoch die gleiche Politik unter anderen Vorzeichen durchführt.

Warum sind manche arm?

Zurück zu unserer Frage, weshalb manche Länder oder Bevölkerungsschichten innerhalb von Ländern arm sind, obwohl wir technisch gesehen kein Produktionsproblem mehr haben.
Weil dies dem Machterhalt dient! Und weil Anführer und ihre Unterstützer mehr Ressourcen an sich ziehen können, wenn sie anderen diese weg nehmen können.
"It is impossible to make the world great for everyone. Everyone doesn't want the same thing. Think about [...] the three dimensions of political life: hardly ever is it true that what is good for leaders and their essential backers is good for everyone else. If they all had the same wants  there wouln't be misery in the world" (S.252)
Besonders schmerzhaft erkennt man dies, wenn es um das Thema Entwicklungshilfe im Buch geht.
Entwicklungshilfe, selbst wenn sie von demokratischen Anführern gewährt wird, dient genau diesen und nicht dem Land selber. In Kapitel 7 wird gezeigt, dass Entwicklungshilfe meist genau so gewährt wird, dass sie Diktaturen in den Empfängerländern unterstützt. Warum? Ein Diktatur ist von einer geringeren Zahl von Unterstützern abhängig und ihre Politik kann damit günstiger gekauft werden.

"Example after example highlight the simple fact that aid is given in exchange for policy concessions far more readily and in far larger quantities than to reduce poverty and suffering" (S.177)

Menschen und Nationen sind meist dann arm, wenn sie daran gehindert werden, Reichtum zu schaffen - gehindert von Machthabern, die persönlich besser dran sind, wenn das Volk arm bleibt -  Machthaber, die ihre Macht lieber behalten, als Wohlstand für alle zu schaffen. Eben dieser Wohlstand wird nur dann geschaffen, wenn er auch dem Machterhalt dient.

Man könnte noch viele Beispiele und Erkenntnisse aus dem Buch erwähnen. Eine Lektüre sei dringend ans Herz gelegt. Wichtig zu erwähnen ist: Es sind Politikwissenschafter, die ihre Erkenntnisse auf empirischer Sozialforschung aufbauen und populärwissenschaftlich widergeben.

Es liegt an uns!

Das Buch liefert wichtige Bausteine am Weg zur Erkenntnis. Die Wirtschaftswissenschaften haben zu lange die Machtfrage ausgeklammert. Zwar ist es wichtig, sich Effizienzgedanken zu machen. Noch viel wichtiger wäre es jedoch, die Machtstrukturen hinter der Armutsfrage zu durchschauen. Nur so kann wirklicher Reichtum auf der Welt entstehen. Nur so können wir nicht in die Falle geraten, Politiker für ihre Handlungen zu verurteilen. Wenn man von einer Politikerin etwas will, dann darf man nicht betteln. Man muss politisches Handeln verstehen. Man muss verstehen, dass sie auf diesem Posten sitzt, weil es ihr und ihrer wichtigsten Unterstützer dient.
Hier muss man ansetzen, wenn man bessere Bildungschancen, bessere Infrastruktur, mehr zivile Freiheiten oder wirtschaftlichen Reichtum möchte.

Auf diesem Gebiet muss noch viel Forschung passieren. Macht, ökonomischer Fortschritt und wirtschaftlicher Reichtum können nicht getrennt voneinander betrachtet werden, wenn man ernsthaft an einer Welt in Wohlstand interessiert ist!

Es liegt an uns, dieses Wissen zu verbreiten!

Das ganze Buch kann übrigens hier angehört werden!

Mission Waves - das erste Berufsfindungssurfcamp!

Nun ist es endlich so weit. Mission Waves, das erste Surfcamp, bei dem du auch deine Berufung findest, ist gestartet!

Eine Idee entsteht 

Alles fing im Jahr 2015 mit einer Idee an. Warum nicht ein Surfcamp starten, bei dem man auch philosophieren kann? Bei dem es um die wichtigen Fragen im Leben geht. Bei dem man nicht nur aus dem Alltag flieht, um nachher wieder dort weiter zu machen, wo man stand, sondern aus dem man mit neuen Perspektiven, neuen Ideen und eventuell sogar mit dem Wissen der eigenen Berufung herausgeht?

Von der Vision zur Realität

Diese Vision wurde kürzlich zur Realität. Zusammen mit unserem Partner Mission to Surf können wir nun ein ausgereiftes Paket anbieten. Über Mission to Surf lernen wir in einer Woche Surfen. Über Mission Waves arbeiten wir an unserer persönlichen Missionsfindung. So verbringen wir eine spannende Woche in der man nicht nur den schönsten Sport der Welt lernt, sondern mit einem frischen Wind wieder nachhause fährt.

Was ist mit Berufung gemeint?

Berufung mag für viele Ohren spirituell angehaucht klingen. Prinzipiell geht es bei diesem Seminar darum, einen persönlichen Weg zu finden. Die Berufsentscheidung ist eine der großen Weggabelungen im Leben. Man sollte sich Zeit nehmen, um sie zu treffen. Nur allzu oft trifft das Umfeld diese Entscheidung, manchmal sogar die Eltern. Dabei ist die Frage nach dem richtigen Beruf eine, die die wichtigsten Lebensfragen berührt: Was macht einen glücklich? Was ist Glück überhaupt? Wozu ist man auf dieser Welt? Was kann man beitragen, damit diese Welt in eine gute Richtung geht? Wohin gehen wir? Wo waren wir? Wo wollen wir hin? Was ist Geld und wieviel brauche ich davon?
Somit wird die Frage nach dem persönlichen Beruf eben auch eine der Berufung. Damit ist sie eine zutiefst philosophische. Es ist an der Zeit, sie sich zu stellen und damit den Weg zu einem erfüllenden und inspirierenden Leben zu beschreiten!

Interesse?

Auf www.missionwaves.com gibt es mehr Infos!
Wir sehen uns im Wasser!






Warum gibt es A*schlochkaffee?


Raj Patel ist ein bemerkenswerter Charakter. Er arbeitete für die World Bank und ist gleichzeitig ein großer Kritiker derselben. Er ist Universitätslektor und zeigt Sympathien für anarchistische Denkmodelle. Seine Mutter ist aus Kenia, sein Vater aus Fidschi. Er bekam die amerikanische Staatsbürgerschaft, lebte jedoch viel in Simbabwe und Südafrika. Von manchen wird er gar als neuer Buddha gefeiert, was er selber jedoch bestreitet.

Sein Buch „The Value of Nothing. How to reshape market society and redefine democracy“ ist ein wahrhaft lesenswertes Buch. Alleine schon seine Analyse zum Geldsystem darin ist erwähnenswert:

„Without cash in a market society, you’re free to do nothing, to have very little and to die young. In other words, under capitalism, money ist he right to have rights.“ (p.113.)

(Man könnte dem natürlich gleich entgegnen, dass diejenigen ohne Geld noch immer ihre Arbeitskraft anbieten und so zu Geld kommen können, damit das Recht zu arbeiten nicht an den Besitz von Geld gebunden ist, aber das ist eine andere Geschichte)

Er zitiert im Buch auch das brillante Bonmot von Oscar Wilde:
„Nowadays people know the price of everything and the value of nothing“.

The Green Lie

Ich bin Raj Patel im sehenswerten Film The Green Lie wieder begegnet:


Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte das jetzt tun!
Patel gibt darin ein Interview. Er stellt in diesem eine Frage, die mir zunächst zu denken gab:
„Ich kaufe Fairtrade-Kaffe, weil die Alternative ist… Was? „A*schloch-Kaffee?““ 
Im Anschluss fragt er im Film, warum überhaupt unfairer Kaffee verkauft werden darf? Warum es nicht nur guten Kaffee zu kaufen gibt? Eine gute Frage. 

Die Skala ist offen

Ich möchte hier nicht im Geringsten unfaire Arbeitsbedingungen rechtfertigen. Weiters finde ich die ökologische Zerstörung unseres Planeten muss unbedingt gestoppt werden, bevor wir unsere Lebensgrundlage komplett ruiniert haben. Aber ich habe eine Antwort auf Patels Frage, warum es überhaupt A*schloch-Kaffee zu kaufen gibt: Zunächst einmal weil es zwischen gut und schlecht Abstufungen gibt. Es gibt kein absolut gutes Produkt. Egal wie nachhaltig und fair man ein Produkt herstellt, immer wird sich irgendwer benachteiligt fühlen. Immer wird der Lebensraum eines anderen Lebewesens gestört werden. Immer verändert man etwas auf diesem Planeten. Natürlich gibt es Mindeststandards wie die Menschenrechte, die nicht diskutabel sind. Aber davon abgesehen ist die Frage: Was bedeutet überhaupt fair? Um es anders auszudrücken: Die Gutheitsskala ist nach oben hin offen. Man kann immer neue Produkte erschaffen, die noch fairer, noch besser, noch nachhaltiger, noch weniger schädlich sind.

Welchen Standard will ich?

Das heißt, zunächst kann man sich die Frage stellen: Möchte ich nicht lieber auf das Produkt überhaupt verzichten, wenn bei der Produktion nicht einmal die Menschenrechte eingehalten werden können. Vermutlich wäre der Verzicht und die Konsumreduktion sowieso eines der besten Mittel um diesen Planeten für unsere Kinder noch bewohnbar zu hinterlassen. Dann kann man sich die Frage stellen: Welchen Standard will ich bei meinen Produkten? Das Problem hierbei ist, dass Standards meist mit einem Preis verbunden sind. Möchte ich lieber, dass Essen mit der Hilfe von Pestiziden hergestellt wird und dafür in so großen Mengen, dass der Preis für eine große Bevölkerung leistbar ist, oder möchte ich nachhaltigere Lebensmittel aber dafür höhere Preise? Die Korrelation stimmt zwar nicht immer, aber meist bedeuten höhere und bessere Standards auch teurere Produkte und damit ein materiell kleinerer Wohlstand.
Wo hier die ideale Punkt ist, kann durchaus auch eine Konsumentscheidung sein.

Ich gehe nochmal zurück zum A*schloch-Kaffee. Vielleicht ist ja Fairtrade-Kaffee der eigentliche A*schloch-Kaffee, nämlich von einer noch ethischeren Warte aus gesehen?! Weil Fairtrade-Kaffee ist üblicherweise nicht biologisch hergestellt. Somit könnten die Landwirte, die fairen und biologischen Kaffee produzieren alle Fairtrade-Landwirte als A*schlöcher bezeichnen. Und Landwirte, die fairen, biologischen und auf Permakultur-Prinzipien aufbauenden Kaffee produzieren, könnten wiederum die anderen mit Schimpfwörtern belegen. Und so weiter. Die Grenze des Guten ist nach oben hin offen!

Was A*schloch ist und was nicht ist kein absoluter Wert, sondern eine verschiebbare Skala. Und macht nicht genau das auch eine Marktwirtschaft aus? Dass es doch auch eine gewisse Wahl gibt zwischen verschiedenen Produkten? Dass man sich zumindest selber entscheiden kann, ob man faireren Kaffee kauft oder weniger fairen? Dass man doch beim Kauf auch in einem gewissen Rahmen seinen ethischen Vorstellungen faktischen Raum verschaffen kann?! Dass man durch seine Kaufentscheidung auch eine gewisse Macht hat? Dass man Verantwortung übernehmen darf und nicht nur groß über Ethik reden braucht, sondern sogar durch die eigenen Handlungen zeigen darf, dass man auch ethisch lebt?! Und dass, wenn einem das derzeitige Angebot nicht ethisch genug ist, man noch immer selber zum Unternehmer werden kann und versuchen kann, ein gleiches Produkt zu besseren Bedingungen anzubieten?!

Wird es immer A*schlochkaffee geben?

Natürlich gibt es A*schlöcher. Die, die gegen die Menschenrechte verstoßen und sich nicht einmal an universale ethische Mindeststandards halten können, dürfen zu Recht so bezeichnet werden. Ja, hier sollte es Verbote geben und gibt es zum Glück auch. Darüber hinaus macht man es sich vielleicht ein wenig leicht, wenn man die Welt in gut und böse einteilt. Es wird immer Abstufungen zwischen den moralischen Produktionsweisen geben. So gesehen wird es immer A*schloch-Kaffee geben.
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