Die Wesen jenseits unserer Sinne

Wir nehmen die Welt um uns herum mit unseren Sinnen wahr. Traditionell spricht man, wie auch schon von Aristoteles beschrieben, von den fünf Sinnen: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Sehen wir von anderen möglichen Einteilungen ab und vernachlässigen wir transzendentes, apriorisches, tautologisches oder auch spirituelles Wissen, so erlangen wir unser Wissen über die Welt komplett über unsere Sinne. Wir sehen die Tiere um uns herum, wir spüren den Wind und die Sonne auf unserer Haut, wir schmecken die unterschiedlichen Gewürze, wir riechen Gerüche. Unsere komplette moderne, empirische Wissenschaft ist darauf aufgebaut, dass wir Phänomene über unsere Sinne wahrnehmen oder wahrnehmbar machen (im Experiment, über die Technik,...) und uns versuchen zu erklären.

Viele Dinge können wir mit unseren Sinnen nicht unmittelbar wahrnehmen. Manche, weil sie zu klein sind. Andere, weil unsere Augen die Wellenlänge des Lichts in gewissen Spektren nicht wahrnimmt.
Nun gibt es sogar Lebewesen, die wir mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen können. Als erstes fallen einem natürlich kleine Lebenwesen, wie Einzeller, ein. Diese können wir zwar nicht unmittelbar wahrnehmen, aber wir können uns Mikroskope bauen, wodurch wir sie wiederum mit den Augen sehen.
Angenommen jedoch, es gäbe Lebewesen auf diesem Planeten, die komplett außerhalb unserer erfassbaren Sinneswelt lebten. Die zwar um uns herum existieren, aber unsere beschränkten Sinne nehmen sie nicht wahr. Vergleichen möchte ich das mit einem Ameisenhaufen. Ameisen können uns vermutlich nicht sehen und vermutlich nicht erfassen (Niemand weiß, wie eine Ameise sieht, außer er ist selber eine...). Aber wenn wir in einen Ameisenhaufen steigen, reagieren die Ameisen darauf. Sie merken Auswirkungen, Zerstörung, obwohl sie die Ursache vermutlich nicht kennen. Ameisen sind jedoch auch ein schlechtes Beispiel, denn wäre der Größenunterschied nicht da, könnten sie uns vermutlich mit ihren Augen erkennen. Bei den Lebewesen jenseits unserer Sinne unterstelle ich jedoch, dass wir sie mit keinem unserer Sinnesorgane direkt wahrnehmen können.

Nun lässt sich diese Theorie über diese für uns nicht unmittelbar erkennbaren Lebewesen einsetzen, um Phänomene zu erklären. Angenommen, diese Wesen können uns wahrnehmen, sind uns also "sinnesmäßig überlegen". Man könnte sich vorstellen, dass sie auf dieser Erde leben, ihre Wege gehen und wir würden nur zufällig ihre Auswirkungen spüren. (Wie wenn man durch den Wald geht und zufällig in einen Ameisenhaufen tritt). Man könnte sich jedoch ebenfalls vorstellen, dass es unter ihnen auch verschiedene Arten gibt und dass es hier wiederum Arten gibt, die uns geistig überlegen sind und die, ohne dass wir es wissen, uns beeinflussen und gegebenenfalls auch benutzen.

Diese Gedankengänge lassen auf einmal eine ganz andere Erklärung über Phänomene wie Glaube an Götter, Geister, UFO-Entführungen, usw. zu. Was, wenn diese Wesen mit uns experimentieren? Wenn sie, so wie wir das mit Affen oder Ratten tun, unsere Intelligenz testen? Wenn sie uns unterschiedliche Technologien geben und überprüfen, wie wir uns gesellschaftlich darauf verhalten?

In vielen Religionen werden Götter irgendwie mit den Menschen in Verbindung gebracht. Die griechischen Götter hatten menschliche Eigenschaften, lebten aber im Olymp (stellvertretend für eine Welt, die wir nicht erreichen können). Der christliche Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Was, wenn dieser Glaube an menschenähnliche Götter deshalb angenommen wird, weil er irgendwie stimmt? Wenn um uns herum wirklich diese Lebewesen leben, die, da sie auch Lebewesen sind, uns ähneln, uns jedoch überlegen sind? Vielleicht entspringt dieser Glaube aus der mittelbaren Erfahrung, dass Lebewesen um uns herum leben, die uns zwar beeinflussen, die wir aber nur indirekt wahrnehmen können?
Oder nehmen wir den Glauben an Schutzengel her. Vielleicht stammt diese Erfahrung aus einer wirklichen Rettung durch gutmütige Wesen, die wir nicht wahrnehmen können?
Wenn man es genau nimmt, ist das gar nicht so weit hergeholt. Denn warum sollte gerade der Mensch die Krone der Schöpfung sein? Warum sollten uns unsere Sinne alles in der Welt erschließen, wo wir doch gerade aus der Wissenschaft wissen, dass unsere Sinne begrenzt sind. Wo wir doch gerade bei anderen Tieren andere Sinnesorgane beobachten können.

Viele Phänomene, seien es jetzt spirituelle, religiöse oder auch technische lassen sich so unter einem ganz anderen Licht beleuchten...

Kommentare:

  1. Was wäre, wenn Planeten Lebewesen sind? So wie in und auf uns Mikroben leben, die möglicherweise auch nicht voll im Bild sind, könnten wir auch Mikroben auf einem riesigen Lebwesen sein. Oder das Sonennsystem ein Lebewesen ...

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  2. denken sie an geister der verstorbenen, wenn sie von diesen Lebewesen schreiben?

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  3. @Anonym: Nein, eigentlich nicht. Ich schreibe von Lebewesen, die leben und nicht tot sind.

    Allerdings kann man die berechtigte Frage stellen, ob, wenn wir Menschen sterben, wir als Lichtwesen nicht einfach nur unsere menschliche Hülle abstreifen und ebenfalls "weiterleben", abseits der Sinne der Lebenden. Dies könnte auch Phänomene wie Seelenwanderung erklären.

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  4. Ja- und so wie Mikroben auf und in uns ihr Leben leben und ihr eigenes Ding machen, so sind sie doch auch in einer dem Ganzen dienenden Weise mit dem Organismus und Wesen "Mensch" verbunden, genauso wie das Organismus/wesen Mensch mit dem Organismus/wesen Erde verbunden ist...und die Erde mit dem Universum usw.

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  5. ...Vielleicht öffnen sich manchmal "Kanäle"- sei es durch den Einfluss halluzinogener Drogen, aufgrund körperlicher und seelischer Erschöpfung o.ä.- durch die man auf knappe und uns kaum bis gar nicht nachvollziehbare Weise in Kontakt mit jenen Welten und Wesen gerät, die um uns her, bis dato wie durch eine unsichtbare Wand getrennt auf welche Weise auch immer existent sind. Da dies unsere viel zitierten 5 (oder 6..) Sinne übertrifft, ergeben solche Erfahrungen nicht nur keinen "Sinn", sie wirken auch erschreckend und unerklärlich auf uns. Man denke an Zustände, wie sie z.B. in der Schlafstarre, beim Träumen allgemein oder eben unter Einfluss von Drogen entsehen.

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