Kollaboratives wissenschaftliches Arbeiten

Kollaborative Bücher
Das Internet verändert viele Dinge, so auch die Art, wie Bücher entstehen. Früher setzte sich ein Autor hin, schrieb das Buch, schickte es seinem Verlag, der es korrigierte, druckte, Werbung machte und verkaufte.

Die Gefahren von Facebook

  • Einleitung
Aus gegebenen Anlass möchte ich meine Gedanken über die Gefahren von Facebook und anderen Socialnetworkweb2.0-Plattformen publizieren.

Zur Besetzung des Audimax der Uni Wien

Demokratie bedeutet mehr, als nur einmal in fünf Jahren ein Zettelchen mit seiner Stimme abzugeben. Demokratie bedeutet auch Partizipation, Mitsprache, das Recht auf Einflussnahme in die Bedingungen, die uns umgeben. Alles Rechte, die in den letzten Jahren immer mehr von den StudentInnen genommen wurden. Dazu noch eine demokratisch fast nicht legitime ÖH, weil niemand mehr zur Wahl geht.
Ich bin froh, dass sich endlich mal wieder etwas tut in Wien. Die StudentInnen und überhaupt sämtliche Bürger haben sich schon zu viele Rechte nehmen lassen. Und das nicht nur auf österreichischer, sondern auch auf europäischer Ebene. Wer von den StudentInnen-VertreterInnen war beispielsweise beim Entscheidungsprozess des Bologna Prozesses beteiligt? Dieser wurde quasi über unseren Köpfen entschieden nach dem Motto: „Friss oder stirb!“.
Zugansbeschränkungen sprießen aus dem Boden wo man nur hinblickt, die Studiengebühren wurden noch immer nicht abgeschafft, auf der WU muss man sich mit Massenlehrveranstaltungen und einem Betreuungsverhältnis unter aller Sau zufriedengeben, die Unis rutschen wegen mangelnder Finanzierung immer weiter ab im internationalen Vergleich, die Akademikerquoten sind sowieso schon im Keller, usw.
Dabei sollte Bildung ein Grundrecht sein, ein Recht eines jeden Menschen. Es sollte als Investition des Staates in ein funktionierendes Land gesehen werden. Und das hat mehr als nur eine ökonomische Dimension. Eine gute Bildung möglichst vieler Menschen sollte das Hauptziel jeder guten Bildungspolitik sein. Oder, um Thomas Jefferson zu zitieren: „If a nation expects to be ignorant and free, in a state of civilization, it expects what never was and never will be.“ Wir brauchen mündige Bürger in diesem Land und eigentlich in jedem Land, und das abseits vom leidigen Thema der Akademikerarbeitlosigkeit.
Ein anderes Thema sind die deutschen Studierenden in Österreich. Deutschland schafft es offenbar nicht, einen freien Hochschulzugang zu garantieren, weshalb viele Deutsche nach Österreich auswandern müssen. Anstatt dies als Chance zu sehen, sich als kontinentaleuropäisches Ausbildungszentrum für die Wissenschaftsarbeiter zu etablieren, kennt die österreichische Hochschulpolitik nur eines: Abriegeln und Quoten einführen. Dabei müsste mit Deutschland ernsthaft verhandelt werden, damit diese Misere ein Ende hat. Warum muss Österreich sein Studium beschränken, weil Deutschland keinen freien Hochschulzugang gewährleisten kann? Jedoch auch hier sieht man: Was bringt Verhandeln, wenn man nichts anzubieten hat?
Die Besetzung des Audimax kann als demokratischste Aktion überhaupt gesehen werden. Eine Aktion, die darüber hinausgeht nur zu warten und darauf zu vertrauen, dass es unsere Minister schon richtig machen. Eine Aktion, die direkt von den StudentInnen ausgeht, ohne einen institutionellen und dadurch System- und Zustanderhaltenden Rahmen. Eine Aktion von Menschen, die etwas verändern wollen und nicht nach der allseitsbeliebten Maxime „Ich kann eh nichts ändern“ leben wollen. Dass dabei auch gefeiert wird, ist ja kein Schaden. „If you can't dance, it's not your revolution.“
Die Besetzung ist ein Zeichen dafür, dass die StudentInnen noch als Machtinstanz anzusehen sind. Man kann nicht einfach über die Köpfe hinweg entscheiden, Gesetze beschließen, die uns betreffen und sämtliche Demonstrationen ignorieren. Dies ist zu lange schon geschehen. Um ernsthaft verhandeln zu können braucht man Druckmittel und muss vom Verhandlungspartner zumindest auf Augenhöhe begegnet werden, um einen fairen Ausgang zu ermöglichen.
Sachschäden im Wert von 100.000 Euro? Den einzigen Sachschaden, den ich im Audimax sehen konnte war eine zerbrochene Schreibtischlampe. Gut, vielleicht war es eine teure Lampe. Und was sind schon Sachschäden im Vergleich zu einer verbauten Zukunft? Denn Zugangsbeschränkungen und Schwächung der Demokratie schränken unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder ein.
Man hat viele Rechte in einer Demokratie. Aber eine der Pflichten ist es, diese Rechte zu bewahren wenn nicht sogar auszubauen. Das Recht auf Mitsprache und auf freie Bildung wird immer mehr untergraben und dies ist eine Situation, die nicht tragbar ist. Also: Auf ins Audimax!

Das Börsenkartell

Angenommen, wir sind auf einer Versteigerung. Es haben sich hier die steigernden Personen zu einem Kartell zusammengeschlossen. Sie bieten auf ein Objekt und treiben dadurch die Preise hoch. Was man als Außenstehender nicht weiß: Das Objekt gehört einem Mitglied des Kartells, das nicht an dieser Versteigerung mitmacht. Wenn das Objekt versteigert wird, fließt das Geld nur innerhalb des Kartells. Ebenso das Objekt. So treiben die Kartellmitglieder den Preis und dadurch den "Wert" der Objekte, die in Besitz des Kartells sind, in die Höhe.
Angenommen, das Kartell hat sich jetzt auf einen Künstler spezialisiert. Für einen Außenstehenden sieht es so aus, als würden die Bilder dieses Künstlers sehr hoch gesteigert. Er wird deshalb vielleicht ebenfalls in dieses Spiel einsteigen, um eines dieser "wertvollen" Bilder zu ersteigern. Erst hier wird es für das Kartell interessant, denn es fließt sozusagen frisches Geld in die Hände des Kartells.

Was hat das jetzt mit der Börse zu tun?
Ich habe mich immer gefragt, warum in den Nachrichten den Börsenkursen einen so hohen Stellenwert eingeräumt werden, obwohl nur ein wirklich kleiner Teil der Bevölkerung Aktien besitzt. Für diese dürfte dieses Informationsangebot nicht wirklich interessant sein. Warum ist also der Aktienmarkt in den Medien so präsent? Warum werden immer Kaufempfehlungen abgegeben? Wozu überhaupt die sogenannte dritte Säule der Altersvorsorge, die Vorsorge über Aktienfonds?
Weil in erster Linie diejenigen davon profitieren, die schon Aktien besitzen. So wie unser Kartell profitiert, wenn ein neuer in die Auktion einsteigt. Die Nachfrage nach Aktien insgesamt soll erhöht werden und dadurch natürlich die Preise gesteigert. Außerdem sollen Bevölkerungsschichten in den Markt gebracht werden, die selber keine Ahnung haben oder sich keine Kompetenzen zuschreiben und deshalb auf die "Berater" oder "Experten" angewiesen sind. Natürlich kann auch kein noch so toller Experte die Zukunft vorhersagen.
Aber: Was man schon beim Monopolyspiel mit Freunden lernt: die Dummen sind leichter über den Tisch zu ziehen.
So gesehen ist die Antwort auf obige Fragen leicht. Warum wird so viel Werbung für Aktien gemacht? Weil die, die sie ausgeben und die, die sie schon besitzen, davon profitieren.

Lösung für Steuerhinterziehung und Geldmissbrauch

Die heutige Geldwirtschaft wirft einige Probleme auf: Großverdiener schleusen ihre Finanzen an den Steuerbehörden und damit an der Allgemeinheit vorbei, Konzerne schieben ihre Gewinne über Steueroasen hin zu ihren Anlegern, Menschen legen ihr Geld ohne es zu wissen und wissen zu können in die Waffenindustrie und in moralisch verwerfliche Anlagen an, usw.
Man darf nicht vergessen, dass hinter jedem Zahlungsstrom, hinter jedem der Steuer vorenthaltenen Euro ein Mensch steht, der davon profitiert und oft eine menge Menschen, die Schaden dadurch nehmen.

Das Problem an dem Ganzen ist oft nicht die Ungleichheit der Verteilung. Das Problem ist die Unwissenheit, ausgelöst durch die Anonymität des Geldes.

Die Lösung für die Probleme Steuerhinterziehung, Geldwäsche, ungerechte Bezüge, Unveranwortlicher Umgang mit Geld überhaupt (Prostitution, Veranlagung in dubiose und ausbeuterische Investments,...) ist:
Sämtliche Zahlungsströme und sämtliche Guthaben sofort offenzulegen und zwar von allen Menschen auf diesem Planeten, immer und von überall über das Internet einsehbar gemacht. Und zwar einsehbar von jedem Menschen, nicht nur von einzelnen Behörden. Und dies von jedem Menschen auf dem Planeten, um die Flucht davor zu verhindern. Verwendung von Bargeld verbieten, nur mehr digitale Zahlungsströme. Verbot von anonymem Geld.
Dies wäre die absolute Überwachung, aber da es nicht wie heute eine Überwachung Vieler durch Wenige wäre, sondern die Möglichkeit der Überwachung jeder durch jeden, wäre diese unproblematischer.

Dadurch wäre gewährleistet, dass jeder Mensch immer und überall Verantwortung übernehmen müsste und könnte, für was er sein Geld ausgibt und woher er sein Geld bezieht. Es würde nicht die Ungleichheiten der Welt und der Einkommen beseitigen (die Frage, ob diese zu beseitigen sinnvoll wäre, ist eine andere). Es würde jedoch die Rechtfertigung dort notwendig machen, wo diese notwendig ist. Es würde den Menschen die Chance geben zu sehen, was mit ihrem veranlagten Geld geschieht.

81 Fragen an das Geld

1. Was ist Geld?
2. Was kann als Geld gesehen werden?
3. Was sind die traditionellen Funktionen von Geld?
4. Was sind andere Funktionen?

Plädoyer gegen die Bremser

Dies ist ein Plädoyer gegen alle die sagen: "Das schaffst du nicht!". Ein Plädoyer gegen alle, die ein negatives Urteil über Sachen fällen, die sie nie selbst gemacht, selbst erfahren haben. Über Sachen, die sie nur vom Hören-Sagen kennen.
Diese Leute sind Bremser. Sie ersticken jeden Funken von Kreativität, Inspiration und Motivation im Keim.
Es ist zwar oft gut und schön, wenn man Fehler in seiner Theorie erfährt oder wenn man vom Übermut befreit wird, aber bitte doch nicht die ganze Zeit!
Also bitte nochmals, liebe Bremser: Tut mir und auch euch einen Gefallen. Wenn ihr nichts Konstruktives, Positives, auf eigener Erfahrung Basierendes hinzuzufügen habt, haltet den Mund!
Danke!

Die Lesen-Schreiben-Dichotomie

Als Schriftsteller geht man genau den umgekehrten Weg als der Leser. Der Leser kauft zunächst das Buch. Er liest es. Dadurch bringt er die geschriebenen Zeilen in seinen Kopf, wo sie als Gedanken weiterarbeiten können.
Der Schriftsteller ist hier die Antithese des Lesers. Zuerst schwirren ihm die Gedanken durch den Kopf. Dann bringt er sie zu Papier. Dieses Papier verkauft man dann, um den Prozess des Lesers zu starten.
Die Information fließt von Kopf zu Kopf. Sie entsteht in einem Kopf, wandert über verschiedene Medien (Papier, Internet, SMS,...) und landet wieder in einem anderen Kopf.

Interessante Web 2.0 Tools

Hiermit wird eine neue Kategorie eröffnet, wo ich über Entwicklungen bezüglich des Web 2.0, Internet- und Informationstechnologie posten werde!

Zum Start habe ich zwei Tools, die ich kürzlich entdeckte und interessant fand:

http://wave.google.com/ - Auch wenn Google für viele der Ausdruck des Bösen ist, ich fand diese Entwicklung auf den ersten Blick sehr interessant. Besonders die Herangehensweise: Angenommen, man würde E-Mail heute erfinden, wie müsste es aussehen?
Man darf gespannt sein, ob und wie das einsetzbar wird.

http://tinker.com/ - Wir werden in Zukunft mehr Tools brauchen, die Metatools sind, also über bestehende Plattformen hinweg Informationen herausfiltern können. Tinker scheint hier eine neue interessante Entwicklung zu sein.

Gottesbeweis

Der Seabirdsche Gottesbeweis:
Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.

Hirnwichserei

Die Leute sagen, Religion ist Opium des Volkes.
Ich betäube mich gerne mit Opiaten.

Die Leute sagen, Philosophie ist Hirnwichserei.
Ich wichse gerne.

Das BIP und die Dienstleistungen

An der Messgröße BIP kann man viel kritisieren. Eine Kritik hängt mit dem tertiären Sektor zusammen.
Das BIP wird oft hergenommen, um den Wohlstand einer Volkswirtschaft zu messen. Wenn man sich das BIP der meisten "westlichen" Länder ansieht, so kann man bemerken dass dem tertiären Sektor hier ein großes Gewicht zufällt. Hinter dem tertiären Sektor stehen die Dienstleistungen und hinter diesen Menschen, die sie tätigen.
Das bedeutet, dass der enorme Reichtum(natürlich ist Reichtum hier materieller Reichtum)der "westlichen" Gesellschaften gar nicht so existiert. Wir arbeiten nur ungeheuer viel. Eigentlich dürfte man den tertiären Sektor gar nicht ins BIP aufnehmen, wenn man das BIP als Reichtums- und Wohlstandsindikator nimmt. Denn die Dienstleistungen repräsentieren nicht Reichtum, sondern Arbeit von Menschen für Menschen. Und wenn dieser Sektor wächst, dann arbeiten nur mehr Menschen für Menschen oder Menschen für mehr Menschen. Oder die Preise für die Arbeit sind gestiegen. Das heißt es wächst hier nicht der Reichtum sondern nur die Arbeit.

Wikipedia: BIP
Wikipedia: Wirtschaftssektor

Mensch als Mittel?

Eine Formulierung von Kants kategorischen Imperativ lautet wie folgt:
„Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“

Wir sollen also unsere Handlungen so ausrichten, dass wir Menschen auch als Zweck sehen, und sie nicht nur als Mittel zur Erreichung eines anderen Zwecks. Dies hört sich in moralischer Hinsicht ja vernünftig an.:-)

Als ich den Satz zum ersten Mal hörte, hatte er auf mein Denken allerdings Konsequenzen, die er vermutlich nicht haben sollte. Denn er lenkte meine Aufmerksam darauf, dass man Menschen überhaupt als Mittel verwenden kann. Wenn ich ein Ziel erreichen möchte, also mit meinen Handlungen einen Zweck verfolge, kann ich auf andere Personen als Mittel zurückgreifen. Dies scheint mir eine Rechtfertigung dafür zu sein, andere Menschen für einen arbeiten zu lassen. Ich kann andere für mich arbeiten lassen, sie quasi als Sklaven halten, sie zum Mittel zum Zweck verwenden, solange ich sie zugleich auch als Zweck sehe. War Kant die moralische Konsequenz, dass man aus seiner Formulierung lernen kann, dass man überhaupt Menschen für seine Zwecke gebraucht, bewusst?

Aus der Krise?

Bei der Frage nach einem Ausweg aus der Krise werden oft mehrere Möglichkeiten aufgezeigt:
Erstens, wir lassen die Banken sterben.
Zweitens, wir pumpen Milliarden an Steuergeldern hinein (Es wird immer gesagt, dass das nur Kredite sind. Aber der Staat hat das Geld ja selber nicht sondern nimmt dafür Kredite auf.) und schauen weiterhin den Banken zu.
Drittens, wir pumpen Milliarden an Steuergelden hinein und schaffen neue Restriktionen oder erhöhen den staatlichen Einfluss.
Viertens, wir verstaatlichen die Banken.

Doch: Warum sollte eine verstaatlichte Bank besser funktionieren als eine marktwirtschaftliche Bank? Weil sie demokratischer Kontrolle unterliegt? Nein. Ich postuliere, dass weder die Verstaatlichung, noch die anderen "Auswege" wirklich Lösungen des Problems darstellen.

Warum werden nicht strukturelle Fragen angegangen? Diese Krisen sind der Struktur immanent, und damit meine ich nicht, dass die Marktwirtschaft abgeschafft gehört. Sondern einzelne Teile unseres Wirtschaftssystems sind einfach falsch geregelt. Es müssen strukturelle Veränderungen her, um Krisen wie die derzeitige nachhaltig zu beseitigen. Und die anderen Strukturen liegen auf dem Tisch, sie werden nur nicht öffentlich besprochen! Eine ist zum Beispiel diese hier:
Klick

Das Spannende an der Informatik

Das Spannende an der Informatik ist, dass sie sämtliche Kulturtechniken vereint.
Angefangen bei einem, zugegebenermaßen nicht direkt auf der Hand liegenden Fach, der Philosophie. Hier denke ich an die Logik. Leibniz versuchte, die Welt in zwei Zustände zu teilen: Gott und Nichts. Im Grunde war er damit der erste, von dem ich weiß, der ein binäres System, ein System mit zwei Zuständen auf die Welt anlegte. Auch der Computer basiert auf so einem System, 0 oder 1, Strom oder kein Strom.
Ein weiteres Beispiel ist Gottlob Frege. Seine erste Konzeption der Wahrheitstafeln lässt sich auch als Schaltkreis darstellen. Von diesen Schaltkreisen aus ist es zeitlich gesehen nur ein Katzensprung zum modernen Computer. Wobei wir schon beim nächsten Gebiet wären: die Technik. Sowohl was die Schaltkreise oder das Belüftungssystem oder den Bildschirm anbelangt, technische Entwicklungen vereinen sich allesamt im Computer in einer fantastischen Symbiose.
Dass Informatik auch auf Wirtschaftsunis gelehrt wird ist ein Zeichen für den wirtschaftlichen Zusammenhang. Insbesondere denke ich hier an das Geld. In Österreich werden bereits über 50% der Konsum-Einkäufe über Kredit- oder Bankomatkarten, also digitales Geld, getätigt. Auch hier ist der Schritt von einem materiellen, auf Papier und Metall basierenden System hin zu einem digitalen, auf Bits und Bytes basierenen System vollzogen. Dass sich auch auch ein so grundlegender Teil des menschlichen Daseins nicht der computisierung entziehen kann, ist doch bezeichnend.

Sex und Handel

Kennst du die Situation, wenn man gerade am Einschlafen ist, gerade dabei ist, diese Welt zu verlassen und in diese andere, die Traumwelt, hinübergleitet? Wenn die Atmung langsamer wird und man spürt, wie die Schlafhormone den Körper durchfließen und wie sich langsam alles entspannt? In dieser Situation löst sich so manches Rätsel. In dieser Situation hat man oft das Gefühl, klar zu sehen, hinter die Dinge blicken zu können, die Wahrheit erkennen zu können. In dieser Situation befand ich mich, als ich auf folgende Wahrheit stieß. Ich befand mich in dieser Zwischenwelt zwischen Traum und Wachsein. Aber da ich inzwischen weiß, dass, wenn man den Gedanken nicht sofort niederschreibt, er für immer verloren ist, wagte ich nicht den Schritt in den Schlaf sondern erwachte nochmals und schrieb folgendes nieder:

Sex und andere gesellschaftliche Ereignisse sind sich ähnlich! Sind von derselben Art! Wirtschaftliche (Trans-)Aktionen, wie z.B. der Verkauf eines Buches und Sex stehen in unmittelbaren Zusammenhang! Bei beidem geht es um Austausch, es wird eine relativ kurze Zweisamkeit angebahnt, der direkte Kontakt zwischen zwei Menschen gesucht. Man möchte etwas vom anderen. Man redet, plauscht, redet oft um den heißen Brei herum, das Reden hat oft den Schein des Selbstzwecks, aber: Ohne erhoffte Transaktion würde es nicht stattfinden. Außer es findet kein Tauschakt statt, dann war da nur Geflirte. Dann einigt man sich auf ein Buch, eine Stellung, einen Preis, von dem beide was haben. Der Höhepunkt, der Orgasmus, ist die Übergabe: Geld gegen Ware, Sperma gegen Visa. Der Höhepunkt ist auch einer der Zweisamkeit, des Versunkenseins im Durcheinander der Dualität. Nur manchmal quatscht ein Spanner dazwischen, will auch seine Beratung, seinen Teil vom Kuchen, seinen Orgasmus. So lange die Anbahnung war, so schnell geht alles vorbei. Das Buch ist verkauft, das Geld geflossen, das Sperma auch. Man geht sofort auseinander, seiner Wege, bis zum nächsten (Zahlungs-)Verkehr.


Innere Stimme

Die Leute sagen immer, man solle auf seine innere Stimme hören. Wenn ich etwas tun möchte und meine innere Stimme anhöre, sagt diese IMMER: "Das würde ich nicht tun."
Mittlerweile habe ich beschlossen, meine innere Stimme zu ignorieren und fahre damit eigentlich sehr gut. Ich höre lieber auf mich als auf meine innere Stimme.

Wie man ein berühmter Philosoph wird:

Wie wird man ein berühmter und angesehener Philosoph?
Viele PhilosophiestudentInnen träumen davon, sich irgendwann einmal unter die großen Namen einreihen zu können: Sokrates, Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin, René Descartes, Immanuel Kant, David Hume, Ludwig Wittgenstein, Hannah Arendt, Patrick Seabird,...
Hier sind ein paar Verhaltensweisen, ohne die es nicht geht:

1) Behaupte, dass alle Philosophie bisher falsch war. Und überhaupt war das alles sinnlos und falsch was die Philosophen vor dir behauptet haben.

2) Erfinde möglichst komplizierte und lange Wörter und verwende Worte aus anderen Wissenschaftszweigen (vorzugsweise aus den Naturwissenschaften) für ganz andere Dinge.

3) Schreibe mindestens ein 2000 Seiten Buch, in dem du die Welt erklärst, das jedoch niemand auf der Welt verstehen kann.

4) Erkläre das Kapitel der Philosophie damit als abgeschlossen und nicht weiter verfolgenswert.

5) Lasse dich daraufhin in sämtliche Talk-Shows und Radiointerviews einladen und sprich über aktuelle Themen von denen du eigentlich keine Ahnung hast möglichst schnell, kompliziert und provokant. Wenn jemand zwischenfragt, sage einfach: "Um Ihnen das zu erklären würde ich Tage brauchen."

6) Lege auffällige Verhaltensweisen an den Tag, wie zum Beispiel mitten auf der Straße stehen zu bleiben und für fünf Minuten angestrengt durch die Gegend zu starren, andere Leute anzuschreien, komisches Gewand zu tragen oder in der Bar immer sturzbesoffen zu sein.

Diese Regeln sind zwar kein Garant für philosophischen Erfolg, jedoch ein Muss.

Interview Jeremy Rifkin

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564?_skip=0

Dies ist einer der besten Artikel über Arbeit, die ich je gelesen habe!

Wirtschaftskrisen

Vor kurzem informierte ich mich über vergangene Krisen, deren Ursachen und Auswirkungen, und kam dabei auf interessante Parallelen zur derzeitigen Situation. Ich beziehe mich hier auf den Gründerkrach, die große Tulpenmanie und die Weltwirtschaftskrise von 1929:

1)Überproduktion: Man sieht auch heute, dass einfach zu viel produziert wird. Der Umsatz der Autobranche stagniert. Die Firmen reagieren darauf momentan, indem sie Kurzarbeit verordnen. Früher entließen sie die Arbeiter einfach. Auch in der Weltwirtschaftskrise stand Überproduktion am Anfang.

2)Spekulationsblasen: Ob es sich um das Platzen der Blase der New-Economy handelt, um die Große Tulpenmanie oder um die Subprime Market Blase. Man sieht, dass sich der Wert der Dinge unvorhersagbar und vollkommen irrational entwickelt. Bis schließlich die Blase platzt. Viele Aktien und sonstige Veranlagungen wurden auf Kredit gekauft, die jetzt nicht mehr zurückbezahlt werden können. Dies führt zur

3)Bankenkrise: Banken leiden unter Liquiditätsengpässen. Es folgt eine Eindämmung der Kreditvergabe und gleichzeitig eine erhöhte Einforderung offener Kredite. Run auf die Banken führte früher zum Zusammensturz, aber auch heute sind große Bankhäuser betroffen.

4)Radikalisierung: In der Weltwirtschaftskrise wird die NSDAP zweitstärkste Kraft. Bei den Wahlen in Österreich 2008 erhalten die extremen Rechten 30%.

5)Paradigmenwechsel:
In der Gründerkrise kam der Abschied vom Wirtschaftsliberalismus und vom Freihandel.
In der Weltwirtschaftskrise kam die Ablöse der klassischen Wirtschaftstheorie durch den Keynesianismus.
Und auch heute rufen alle: Mehr Staat, weniger Markt. Abkehr von der Neoliberalen Doktrin.

Die Fragen, die jedoch noch offen sind: Wie groß wird die derzeitige Krise wirklich? Wann werden spürbare Auswirkungen erfolgen? Wie lange wird sie sich hinziehen und wann kommt der Aufschwung? Wie wird der Paradigmenwechsel aussehen? Was werden die Auswirkungen auf Politik sein?

http://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftskrise
http://de.wikipedia.org/wiki/Spekulationsblase
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_gro%C3%9Fe_Tulpenmanie
http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnderkrise
http://www.welt.de/wirtschaft/article3015077/Zahl-der-Auto-Kurzarbeiter-soll-sich-verdreifachen.html
http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/die-oelblase;1420290
http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalratswahl_in_%C3%96sterreich_2008

Kritik am Hausverstand

"Philosophie und Religion machen beide das selbe: Beide suchen eine schwarze Katze in einem stockdunklen Zimmer. Der Unterschied ist, dass die Religion dabei laut ausruft:'Ich hab sie!' "
Dies ist ein Witz, doch ich glaube er hat einen Funken Wahrheit in sich. Wichtig ist mir hierbei die Tätigkeit der Suche. Wenn die Menschen Philosophie betreiben, dann denken sie über sich, über das Leben, über Gott, über Sprache, über das Denken usw. nach.
Dann stellen sie Theorien auf. Wenn den Menschen eine Theorie gefällt, wenn sie als "logisch" erscheint, dh. wenn sie "vom gesunden Hausverstand" als richtig erscheint, dann glaubt man an sie. Dann kommt jedoch jemand und entwirft eine Gegentheorie. Wenn uns diese als logischer erscheint, dann verwerfen wir die alte und glauben an die neue. Aber woher wissen wir, dass wir so etwas überhaupt erkennen können? Warum glauben wir, dass die "logischste" Theorie die richtige ist? Vielleicht ist es ja gerade die unlogischste, nach allen Regeln des logischen Schließens falsche Theorie, die stimmt?

Knowledge based economy

Abschrift meines auf Youtube erschienenen Videos über die Knowlegde based economy:

Knowledge based economy – ethische und epistemologische Implikationen:
Ich möchte mich zunächst auf die epistemologischen Implikationen konzentrieren und mich dann zu den ethischen durcharbeiten.
Knowledge based economy – zu Deutsch: wissensbasierte Wirtschaft – ist ein Schlagwort, das die Bedeutung von Wissen in unserer modernen Gesellschaft herausstellen soll. Nicht mehr nur Kapital, Grund und Boden und Arbeitskraft sind die entscheidenden Faktoren, sondern Wissen wird als wichtiger Produktionsfaktor angesehen. Die Frage, die sich hier zunächst stellt ist diese: War Wissen nicht schon immer essentiell? Brauchte man für wirtschaftliche Tätigkeiten nicht schon immer zumindest ein Quäntchen Wissen? Offensichtlich schon. Es scheint jedoch so, als hätte sich hier ein Perspektivenwechsel vollzogen. Wissen scheint wichtiger, scheint relevanter wahrgenommen zu werden – dies ist ein erkenntnistheoretischer Aspekt.
In dem Zusammenhang lohnt es sich, das Prinzip der emergenten Ordnungen zu betrachten. Man könnte sie hier auch als Bereiche relativer Eigenständigkeiten umschreiben. Es sind Ordnungen, ob nun wirtschaftliche oder gesellschaftliche oder einfach nur im Denken vorhandene, welche plötzlich entstehen und dann jedoch länger bestehen. Statistisch gesehen bedarf es hier einer kritischen Masse. Emergente Ordnungen, einmal entstanden, beeinflussen Erwartungshaltungen und machen manche Dinge wahrscheinlicher. Interessant ist hierbei das Prinzip der sogenannten Inkursion. Während wir durch Rekursion auf Vergangenes zurückgreifen und dies unsere Erwartungshaltung verändert, greifen wir auch auf Zukunftserwartungen zurück, welche unsere Erwartungshaltungen wiederum ändern. So gesehen verändert sich unsere aktuelle Position in der Erwartung ständig.
Bezogen nun auf das Wissen stellt der Wissenschaftsbetrieb eine solche emergente Ordnung dar. Manche Dinge sind wahrscheinlicher, andere relativ unwahrscheinlich. Ein Professor von mir gab immer das Beispiel, dass es sehr unwahrscheinlich wäre, wenn er auf einmal mitten in der Vorlesung anfinge zu tanzen.
Dadurch, dass emergente Ordnungen manche Dinge wahrscheinlicher machen, müssen sie andere ausblenden und unwahrscheinlicher machen. Bezogen auf das Wissen heißt das: ein gekonnter Umgang mit Nichtwissen. Um manche Dinge im Wissenschaftsbetrieb wahrscheinlicher zu machen muss Wissen ausgeblendet werden, wie zum Beispiel Wissen oder Nichtwissen über esoterische oder mystische Themen.
Das Thema kann auch geschichtlich oder idealtypisch behandelt werden. Aristoteles soll in einer Fußnote erwähnt haben, dass die Mathematik von müßiggehenden Priestern erfunden wurde. Sie wurden zunächst von der täglichen Erwerbsarbeit freigestellt und konnten dadurch einen Bereich von relativer Eigenständigkeit bilden. Als dann abstrakte mathematische Lösungen zurückwirkten auf praktische Probleme der Gesellschaft, zum Beispiel indem man bessere Erträge in der Landwirtschaft erbrachte, hatte sich diese emergente Ordnung gefestigt und bestätigt. Und die Beobachtung, dass das Freistellen von Arbeitern positive Auswirkungen auf die Arbeit selber hatte, veränderte die Erwartungshaltung gegenüber der Zukunft.
Ein Problem der emergenten Ordnungen lässt sich gut durch den Luhmanschen Satz: „Man kann nicht sehen, was man nicht sieht“, beschreiben. Dadurch, dass sich emergente Ordnungen voneinander abgrenzen werden die Probleme der anderen undurchsichtig. So kann es vorkommen, dass der Mathematiker auf einmal unter Legimationsdruck steht, weil ein Politiker beispielsweise Mittel bereitstellen soll und nicht mehr nachvollziehen kann, warum sich der Mathematiker mit dem und dem Problem beschäftigt.
So what? Was sind nun ethische Implikationen?
Oben erwähntes Beispiel lässt folgende Lösung zu: Man könnte sich an die sogenannte requisite variety – zu Deutsch etwa notwendige Vielfalt - halten. Um mit der in der modernen Gesellschaft vorherrschenden Vielzahl an emergenten Ordnungen umgehen zu können, muss man sich zunächst deren bewußt sein. Es muss klar sein, dass viele Bereiche relativer Eigenständigkeit nebeneinander existieren und man nicht immer nachvollziehen kann, was und jemand in einer anderen Ordnung tut. In Bibliotheken findet das garbage-can (Mülltonnen) Prinzip Anwendung. Dort werden wie in einen Mülleimer möglichst viele Bücher hineingeworfen, ohne dass man weiß ob diese jemals relevant sind. Und tatsächlich werden oft nur 20 Prozent der Bücher jemals ausgeliehen. Doch es muss die notwendige Vielfalt an Büchern herrschen.
Auf die moderne Gesellschaft umgelegt heißt das auch, das man sehen muss, dass diese anschlussfähig und überlebensfähig bleibt. Eine Möglichkeit die requisite variety in der Gesellschaft zu erhalten ist das momentan viel diskutierte und nicht ganz unproblematische Grundeinkommen. Auch die oft gepriesene Interdisziplinarität stellt einen Lösungsversuchersuch der Schnittstellenproblematik der emergenten Ordnungen dar. Zuguterletzt ein in meinen Augen kritischer Punkt:
Wenn ich mich den ethischen Implikationen mittels der kantischen Frage: „Was soll ich tun?“ nähere, kommt bei mir der Verdacht auf, dass man sich bei der Behandlung des Themas wie oben dargestellt leicht in die Fänge eines naturalistischen Fehlschlusses begibt. Aber vielleicht befinde ich mich hier auch in einer anderen emergenten Ordnung…

Der Sinn des Lebens

Der Sinn des Lebens ist, den Sinn des Lebens zu finden. Und wenn man ihn gefunden hat, kennt man ihn.
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